Das Babybett - wieviel Ausstattung ist nötig?
Schlaf, Kindlein schlaf - aber wie betten wir denn unsere Kleinsten? Das überdimensionierte Angebot im Einzelhandel, bei Versandhäusern und Internetbörsen kann junge Eltern schnell überfordern, Ratlosigkeit macht sich breit. Hier geht es direkt ins Traumland.
Da hat schon Mami drin geschlafen…
Es kommt gar nicht so selten vor, dass Babywiegen und Kinderbettchen von Generation zu Generation weitergegeben werden. Bei Erbstücken kommt es vor allem auf den Zustand an. Ist alles stabil, wackelt nicht oder kippt gar um? Stehen Schrauben oder Nägel hervor, haben sich Steckverbindungen gelöst? Ist das Holz splitterig, blättert Farbe ab? Babys zukünftige Ruhestätte sollte also eingehend geprüft werden, bevor man sie in Betrieb nimmt. Manchmal reicht es, ein wenig zu kleben, schleifen und neu zu lackieren. Hierbei dürfen jedoch nur kindertaugliche, ungiftige Farben und Lacke ohne Lösungsmittel benutzt werden, entsprechende Hinweise finden sich auf der Verpackung.
Ganz nah bei Mama…
Besonders in der Stillzeit schätzen Mütter es sehr, ihr Kind möglichst nahe bei sich zu haben. Es gibt daher halbrunde Gitteranbauten fürs mütterliche Bett, in denen das Kleine auf einer Ebene unmittelbar neben der Mama oder dem Papa schlummert, ohne dass eine Barriere das Gefühl der Nähe stört. Das Kind hat seinen eigenen Schlafbereich und befindet sich nicht im Bett der Eltern, ist dabei jedoch so nah wie nur irgend möglich. Einziger Nachteil dieser Variante ist die auf kurze Zeit beschränkte Verwendungsmöglichkeit. Spätestens nach einem Jahr ist das Kind diesem Bett entwachsen, ein neues muss angeschafft werden. Auch bietet nicht jedes Schlafzimmer genügend Platz neben dem Elternbett.
Der Stubenwagen
Fast alle Familien bringen ihren Sprössling anfänglich im Stubenwagen unter. Oft besteht er aus Korbgeflecht, steht auf Rollen, verfügt über einen Stoffhimmel und "passt" ungefähr das erste halbe Jahr. Er hat den Vorteil, dass man ihn durch die ganze Wohnung bewegen kann und Baby daher immer in der Nähe ist. Um Zugluft zu vermeiden, kann rundherum ein sogenanntes "Nestchen" - eine den Korb umschliessende Stoffhülle - angebracht werden. Damit ist dann immer noch ausreichend Luftzirkulation gewährleistet und Babys Finger können sich nicht im Korbgeflecht verfangen. Über die Notwendigkeit eines himmelartigen Vorhanges lässt sich streiten - manche Kinder mögen es einfach nicht. Ein heller Stoff mit dezentem, freundlichem Muster schützt gegen Sonnenstrahlen und ist vielleicht weniger beängstigend als dunkle Vorhänge. Ähnliches gilt für Wiegen, die aber ebenso wie Stubenwagen bald zu klein sind und daher nur eine Übergangslösung sein können.
Ab ins Kinderbettchen…
Viele Eltern kaufen auch sogenannte Mitwachs-Betten, die von einem relativ kleinen Format (ca. 1,20 m Länge) durch Umbau Stück für Stück dem kindlichen Wachstum angepasst werden können und schliesslich auf stolze 2 m Länge kommen. Der hohe Anschaffungspreis lohnt sich daher, allerdings wirken Neugeborene in einem solchen Bett einfach schrecklich verloren. Viele Babys suchen räumliche Grenzen, so wie sie es aus Mamas Bauch gewohnt sind. Sie fürchten sich, wenn sie von Leere umgeben sind und ihr Körper nirgends anstösst. Hier schafft ein Stillkissen Abhilfe, das wie eine Nestmulde um den kleinen Kinderkörper gelegt wird.
Das Equipment
Das Wichtigste am Bett ist und bleibt die Matratze. Die noch weichen Rückenknochen brauchen stabilen Halt, ohne einzusinken. Andererseits darf die Unterlage auch nicht bretthart sein. Ein wasserfester Schutzbezug ist dringend zu empfehlen, ebenso wie kochbare Bettwäsche. Auch das Bettzeug an sich sollte waschbar sein und zur Jahreszeit passen. Im ersten Jahr sind Schlafsäcke die sichere Alternative, hier besteht nicht die Gefahr, dass das Kind unter die Bettdecke gerät und sich nicht mehr befreien kann. Als Kissen genügt anfangs ein gefaltetes Moltontuch, auch später sollte es eher flach und klein sein. Spieluhren und Mobiles dürfen niemals in Greifnähe hängen, im Bett reicht ein Schmusetier oder -tuch. Keinesfalls darf Spielzeug mit Bändern, Schnüren oder Gummis am Gitter befestigt werden - hier droht Lebensgefahr.
Text: Claudia Kelch