Kinderosteopathie

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Kinderosteopathie

Vor fast 100 Jahren von einem amerikanischen Arzt entwickelt, ist Osteopathie eine sogenannte ganzheitliche Methode der Medizin. Seit Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts gibt es diese Methode in den Vereinigten Staaten als anerkannte Hochschulausbildung und wird auch in verschiedenen europäischen Staaten anerkannt. Hierzulande wird Osteopathie von Ärzten und Physiotherapeuten angewandt, welche eine entsprechende 5 – 7jährige Zusatzausbildung absolvieren.

Was steckt dahinter?

Die Osteopathie wird als ganzheitliche Therapieform gesehen, welche wiederum die verschiedenen Bestandteile unseres Körpers in einem Wechselspiel zueinander sieht. Muskeln, Nerven, Knochen und innere Organe wirken zusammen. Verläuft diese Beziehung harmonisch, so wird das als «gesund» betrachtet. Nun kann aber dieses harmonische Zusammenspiel – durch die verschiedensten Ursachen – gestört werden. Bei Kindern könnte das beispielsweise durch eine schwere Geburt, Stürze, aber auch durch andere Unfälle und Infektionen ausgelöst werden. Dadurch ausgelöste gesundheitliche Probleme müssen sich nicht nur an den ursprünglich betroffenen Körperregionen bemerkbar machen, sondern können sich, aufgrund eines Zusammenspiels mehrerer Komponenten auch an anderen Körperbereichen äussern.

Was versucht die Osteopathie?

Die Osteopathie versucht daher, nicht nur einzelne Symptome zu behandeln, sondern die funktionellen Strukturen der auftretenden Symptome zu verstehen und zu behandeln. Nötig hierfür ist eine ausführliche Erhebung der Beschwerden und der Vorgeschichte. Danach erfolgt eine eingehende Untersuchung: Hierbei wird durch das erspürende Tasten mit den Fingern und den Händen eine mögliche eingeschränkte Beweglichkeit der inneren Organe sowie der Verlust der Beweglichkeit bei Muskeln und Verspannungen entdeckt.

Was bedeutet das für Kinder?

Die sogenannten Funktionsstörungen entstehen bei Babys meist durch den Druck im Mutterleib oder durch vorzeitige Wehen und während der Geburt. Während der Geburt wirkt auf den Schädel und Körper des Säuglings ein starker Druck ein, der zu einer Verschiebung der noch nicht fest miteinander verbundenen Schädelknochenteile führt. Sind die Beckenknochen der Mutter noch nicht ausreichend aufgelockert, ist dieser Druck besonders hoch.

Wie sieht die Behandlung aus?

Vegetative Störungen können bei Säuglingen zu Problemen beim Saugen führen, aber auch Erbrechen auslösen und Blähungen oder Verstopfung herbeiführen. Bei Kleinkindern können sich Entwicklungsverzögerungen, Probleme der Sprachentwicklung oder Infektanfälligkeit zeigen. Kinder im Schulalter könnten unter Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten oder Lernprobleme und Kopfschmerzen leiden. Durch sanfte Griffe am Kopf werden nun die Verschiebungen der Schädelknochen beseitigt, dadurch wird das Gehirn entlastet, was zu einer Entspannung des Bindegewebes und einer Gleichgewichtslage der inneren Organe führt. Ein Normalisieren und Zusammenspielen der Körperbestandteile wird erreicht. Wie lange eine solche Behandlung durchgeführt werden muss, kann nicht generell beantwortet werden. Manchmal verschwinden die Symptome bereits nach einer einmaligen Behandlung, manchmal kann ein Erfolg erst nach zwei Behandlungen abgeschätzt werden.
 
Text: Sabine Trach