
100 Billionen Schaltzellen und ebenso viele Gehirnzellen sind bereits im Gehirn eines Babys verknüpft. Nur ein Viertel macht die Grösse des Gehirns im Gegensatz zu einem erwachsenen Gehirn aus, das ändert sich jedoch schon im ersten Viertel des Lebensjahres: In dieser Zeit verdoppelt sich die Grösse. Kein Wunder, denn ein Baby ist von unzähligen Reizen und Eindrücken umgeben, es will seine Umwelt erkunden und lernt täglich neue Dinge. Das alles braucht natürlich Platz. Der Mythos vom Baby, das nur sauber, satt und zufrieden sein will, ist damit aus der Welt geräumt.
Die rasante Entwicklung des wohl kompliziertesten Organs eines Menschen beginnt nicht erst nach seiner Geburt. Schon in der 4. Schwangerschaftswoche entstehen die ersten Gehirnzellen des Fötus im Mutterleib. Nur eine Woche später gehen diese Zellen die ersten Verbindungen miteinander ein. Dies geschieht über die so genannten Synapsen, von denen rund 200 Billionen gebildet werden. Dem Menschen bleiben davon jedoch nur rund 100 Billionen erhalten. Selbst der Lernprozess beginnt schon im Mutterleib. Die ersten Reize werden schon vor der Geburt geschult, sodass das Frischgeborene seine Mutter sofort an Geruch, Stimme oder Muttermilch erkennen kann.
Je mehr die Eltern ihr Baby fördern, um so besser kann es lernen und damit die Entwicklung des Gehirns unterstützen. Etwas, was für Eltern eigentlich normal ist, hilft besonders gut: Schmusen und spielen. Auf diese Weise wird vor allem der Tastsinn des Babys wunderbar trainiert. Den Geschmackssinn des Kindes lässt sich dann ausbilden, wenn es bereits den ersten Brei essen mag. In dieser Zeit legt sich durch die aufgenommene Nahrung bereits fest, welche Geschmäcker das Kind später einmal haben wird. Innerhalb des ersten Lebensjahres entwickeln sich zudem auch Hör- und Sehsinn. Reizvolle Klänge und sehenswerte Dinge sollten also auch den Alltag des Babys bereichern.
Es ist geradezu atemberaubend, wie rasant sich das Gehirn des Babys entwickelt. Zu keiner anderen Zeit im weiteren Leben werden so viele neue Dinge entdeckt und auch gelernt wie im ersten Lebensjahr. Wer sich viel mit seinem Kind beschäftigt, leistet fast ganz nebenbei einen wertvollen Teil zur gesunden Gehirnentwicklung des Babys.
Text: Daniel D. Eppe