Schreibaby – Was tun?
Babys schreien aus vielen Gründen: Hunger, Langeweile, eine volle Windel oder aus Sehnsucht nach Körperkontakt mit den Eltern. Besonders anstrengend wird es dann, wenn der Nachwuchs mit dem Schreien scheinbar so gar nicht mehr aufhören will. Es ist völlig natürlich, dass Eltern dann beginnen, sich Sorgen zu machen. Ist mein Baby krank oder leidet gar unter starken Schmerzen? Doch dem muss nicht so sein. 25 Prozent aller Babys sind Schätzungen zufolge Schreibabys.
Was versteht man unter einem Schreibaby?
Laut Expertendefinition weinen Schreibabys mehr als drei Stunden am Tag, an mehr als drei Tagen in der Woche und dies über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen. Aber nicht jedes Kind, das als Schreibaby empfunden wird, ist dies auch tatsächlich. Eine Mutter, die gelassener mit ihrem Kind umgeht als eine unsichere Mutter wird ihr Baby seltener als Schreibaby wahrnehmen. Meist steckt hinter diesem Problem eine Regulationsstörung, was bedeutet, dass das Baby keinen eigenen Schlaf- und Wachrhythmus finden kann. Das Kleine kann sich dann nicht selbst beruhigen und reagiert auch nicht aufs Trösten.
Die Entwicklung von Schreibabys
Viele Eltern fühlen sich überfordert, wenn ihr Baby nicht aufhört zu schreien. Im Sinne Ihres Kindes – und Ihrer Nerven – sollten Sie versuchen, mögliche Gründe für das Schreien ausfindig zu machen und Ihr Kind so gut als möglich zu beruhigen. Bei den meisten Kleinen, die einst als Schreibabys galten, wachsen sich diese Probleme aus. Bei jedoch vier Prozent der Betroffenen sind das anhaltende Schreien und die chronische Unruhe Vorläufer für spätere Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörungen bis hin zur Hyperaktivität. Um späteren Problemen vorzubeugen ist es daher ratsam, wenn Eltern mit ihrem Schreibaby rechtzeitig professionelle Hilfe aufsuchen.
Tipps & Tricks
- Wenn Ihr Kleines weint sollten Sie nicht zu viele verschiedene «Ablenkungsmanöver» ausprobieren. Das Kind könnte sonst überreizt werden.
- Geben Sie dem Kind die Möglichkeit, von selbst zur Ruhe zu kommen. Spieluhren, Kuscheltiere oder grell gemusterte Bettwäsche sollten aus der Schlafstätte verbannt werden, diese würden nur der unnötigen Ablenkung dienen.
- Babys spüren Stress und Unsicherheit. Manchmal ist es für Aussenstehende leichter, den kleinen Racker zur Ruhe zu bringen. Lassen Sie doch mal die Grosseltern oder eine Freundin das Kind trösten. Sie selbst können sich für einen Moment zurückziehen und durchatmen.
- Scheuen Sie sich nicht davor, Hilfe anzunehmen und überfordern Sie sich im Haushalt nicht selbst – Ihr Baby merkt jede Angespanntheit.
- Oftmals ist der Partner unsicher, wie er mit der Situation umgehen soll bzw. Sie unterstützen kann. Formulieren Sie konkrete Bitten!
- Viele Babys lieben es, wenn sie tagsüber häufig im Tuch oder Beutel getragen werden – der enge Körperkontakt mit der Mutter wirkt beruhigend.
- Achten Sie darauf, einen möglichst immer gleichen Tagesrhythmus mit festen Schlaf- und Wachzeiten einzuführen.
- Lassen Sie Ihr Baby nie zu lange alleine schreien! Für das Kleine ist das Schreien eine Art Hilferuf - reagiert niemand darauf, signalisiert das dem Baby, dass seine Bedürfnisse nicht wahrgenommen werden.
Text: Sabine Trach