
Mit dem Schritt aus dem ersten in das zweite Lebensjahr hinein hat Ihr Kind es auch geschafft, sein Babydasein zu beenden und sich den Titel «Kleinkind» zu verdienen. Nachdem in letzter Zeit vor allem die Feinmotorik trainiert wurde, sind jetzt die grossen Muskeln wieder verstärkt dran: Die Umwelt erkunden und immer mehr laufen, das stärkt die kleinen Beinchen und die Füsse. Der Zehengang zu Beginn, den manche Kinder zeigen, mag Ihnen etwas seltsam anmuten, aber es ist nicht schlimm, wenn die Kleinen zunächst nicht den ganzen Fuss, sondern die Spitze und dann den Fuss vielleicht nach aussen gekippt aufsetzen. Dass sie einen viel besseren Stand haben, wenn der ganze Fuss Bodenkontakt hat, finden sie schnell heraus und sie gehen zum normalen Gang über. Spielzeuge werden beherzt in den Arm genommen, geschmissen oder auf den Boden geklopft – Ihr kleiner Kraftmeier wird Ihr Gehör strapazieren! Wenn Sie ihn glücklich machen wollen, überlassen Sie ihm einmal Ihre Töpfe und Pfannen…
Um an der Feinmotorik dranzubleiben, wäre jetzt die Zeit, die erste Wachsmalkreide ins Spiel zu bringen. Ihr Kind kann die dicken Stifte bereits halten und wird begeistert sein über seine gekritzelten Werke. Bleiben Sie in der Nähe, da in diesem Alter natürlich noch alles sehr leicht den Weg in den Mund nimmt. Auch wenn Sie natürlich ungefährliche Stifte kaufen, die keine Schadstoffe enthalten, ist Vorsicht hier immer angebracht. Ausserdem wird es eine Zeit dauern, bis Ihr Kind versteht, dass nicht jede Fläche in der Wohnung zum Bemalen gedacht ist, sondern dafür nur das Blatt Papier vor ihm.
Manche Altlasten haben Sie als Familie beim Schritt ins nächste Lebensjahr mit hinübergenommen – so zum Beispiel den Stress, den die Trennungsängste Ihres Kleinkindes Ihnen noch immer bereiten. Noch immer nehmen kleine Abschiede Sie ganz in Anspruch, weil Ihr Liebling einfach nicht loslassen möchte. Versuchen Sie, immer genug Übergangszeit zu schaffen und den Babysitter etwas frühzeitiger zu bestellen als nötig. Machen Sie den Abschied nicht schwerer durch lange, tränenreiche Umarmungen, sondern machen Sie es kurz. Ein Kuss, ein Winkewinke und dann konsequent gehen. Dadurch werden Sie nicht zur Rabenmutter oder zum Rabenvater, sondern helfen Ihrem Kind auf seinem Weg in die Selbstständigkeit. Die Tränen Ihres Schatzes werden schon bald versiegen, wenn der Babysitter ihn mit interessanten Dingen beschäftigt und Sie können Ihre Gedanken für eine Weile anderen Dingen zuwenden. Diesen Abstand brauchen Sie als Eltern immer wieder, um Kraft zu schöpfen und auch an anderen Bereichen des Lebens teilzunehmen.
Damit immer interessante Spielsachen vorhanden sind, brauchen Sie nicht ständig Geld auszugeben. Packen Sie immer einen Stapel des vorhandenen Spielzeugs für eine Weile weg und bringen ihn dann wieder ins Spiel, wobei im Gegenzug anderes Spielzeug für eine Weile verschwindet. Ihr Kind vergisst noch sehr schnell und nach kurzer Zeit sind die alten Sachen wieder wahnsinnig interessant! So bannen Sie auch die Gefahr, dass Ihr Kind in einer Fülle von Spielsachen ertrinkt und überfordert wird.
Ob Baby oder Kleinkind - auch die Kleinsten wollen beschäftigt und gefördert werden. Denn spielen ist lernen! Ein fröhlicher Ratgeber mit Ideen für Ablenkungsmanöver beim Wickeln, Füttern oder Anziehen, Einschlaf- und Aufwachrituale, Spiele, die Spaß machen und die Entwicklung fördern und vieles mehr. Ausserdem erklärt ein Extrakapitel vieles zu Wachstum, Motorik, oder Sprachentwicklung von 0 bis 3 Jahren.