

Kommunikation ist jetzt ein zentrales Thema für Ihr Kind. Es weiss mittlerweile, dass es bei «Mama» und «Papa» Ihre volle Aufmerksamkeit hat und beherrscht vermutlich noch ein, zwei andere Wörter korrekt. Ausserdem kann es sich mit Ihnen wunderbar in seiner eigenen Sprache verständigen, denn es hat verständliche Wörter bereit, deren Bedeutung Sie (aber nur Sie!) mittlerweile kennen. Und wenn es sich einmal nicht verbal ausdrücken kann oder Sie nicht schnell genug reagieren, äussert es seine Wünsche sehr energisch durch Ziehen an Ihrem T-Shirt oder Schlagen gegen die Tür. Verstehen kann Ihr Kind schon eine ganze Menge Worte, die Sie regelmässig gebrauchen. Bleiben Sie dran an der Spracherziehung, reden Sie viel mit ihm und lesen Sie ihm vor. Sein kleines Gehirn arbeitet wie ein Schwamm und saugt diese Sprachinformationen begierig auf.
Ihr Kind kann mittlerweile kleine Häppchen mit den Fingern sicher zum Mund führen und will natürlich auch selbst den Löffel halten. Auch wenn noch nicht jeder Bissen im Mund landet, so sollten Sie es immer gewähren und üben lassen. Unterstützt durch einen zweiten Löffel, den Sie bedienen, findet genug Nahrung seinen Weg in den kleinen Mund. Wenn Sie möchten, können Sie Ihr Kind weiterhin stillen, aber nötig ist das nicht mehr, es kann sich mit Ihnen an den Tisch setzen und die Mahlzeiten zu sich nehmen, die Sie auch essen. Dabei sollten Sie darauf achten, nicht scharf zu kochen und keine fettarmen Produkte wie Milch oder Joghurt zu verwenden, da Ihr Kind die im Fett enthaltene Energie und fettlöslichen Vitamine braucht. Der Appetit Ihres Kindes wird oft variieren. Mal essen wie ein Scheunendrescher, mal wie ein Spatz. Machen Sie sich keine Gedanken, wenn es den Teller wegschiebt, es wird deshalb nicht gleich verhungern. Kleine Portionen und nahrhafte Zwischenmahlzeiten sind jetzt angesagt, da der Magen eines Kleinkindes noch nicht gross genug für komplette grosse Mahlzeiten ist.
Aktive Betätigung ist jetzt angesagt und die Körperkoordination wird immer besser. Es kann Formen zuordnen und dabei beispielsweise kleine unterschiedliche Bauklötze in die entsprechenden Löcher stecken. Hohe Türme bauen aus Bauklötzen ist jetzt eine der Lieblingsbeschäftigungen. Das Gleichgewicht und die Koordination von Händen und Füssen trainiert Ihr Kind jetzt mit Eifer an Schaukeln, Klettergerüsten und mit Bällen. Auch wenn Ihr Kind vielleicht noch nicht frei laufen kann, ist es hier mit ganzem Körpereinsatz dabei.
Wenn Ihr Kind jetzt mit am Tisch sitzt, werden die gemeinsamen Mahlzeiten zunächst einmal keine lukullischen Höhepunkte mit feiner Tafelkultur mehr sein. Geniessen Sie sie einfach als Gemeinschaftserlebnis und gönnen Sie sich dafür öfter einmal einen kinderfreien gemeinsamen Abend, der Sie ins Restaurant führt zu reinen «Erwachsenengenüssen» ohne Löffel, die ständig am Boden liegen und gesprenkelte Tischtücher.
Wenn Ihr Kind beim Essen unlustig ist, versuchen Sie, die Mahlzeiten interessanter zu gestalten. Stechen Sie das Brot in Plätzchenform als Fisch oder Stern aus, ordnen Sie die Gemüseröschen als Wiese an oder türmen Sie das Kartoffelpüree zu einem hohen Berg auf. Erzählen Sie eine Geschichte dazu, wie der Fisch in dem See aus Sauce herumschwimmt.
Text: Petra Kaiser