Ihr Baby ist 16 Monate alt

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Ihr Baby ist 16 Monate alt

Die Entwicklung des Kindes

Beim Essen zeigt Ihr Kind schon deutliche Vorlieben und Abneigungen. Bieten Sie ihm immer wieder alles an, aber zwingen Sie es nicht, alles zu essen. Es gibt sicher auch Dinge, die Ihnen nicht schmecken, Ihrem Kind geht es genauso. Lassen Sie aber auch die Sachen, die Sie selbst nicht mögen, nicht einfach weg. Vielleicht entwickelt Ihr Kind ja gerade dafür eine Vorliebe. Während Ihr Kind sein Gewicht im ersten Lebensjahr annähernd verdreifacht hat, wird es jetzt im zweiten Lebensjahr nur zwei bis drei Kilo zunehmen, keine Sorge also, wenn Essen für Ihr Kind nur eine Nebensache ist und es viel lieber spielt und herumtobt, als sich lange mit der Nahrungsaufnahme aufzuhalten.
 
Die Feinmotorik Ihres Kindes erlaubt es ihm jetzt, Buchseiten alleine umzublättern und es wird mit seinen Fingerchen überall dazwischenfahren, um «mitzuhelfen». Beim An- und Ausziehen versucht es, selbst Hand anzulegen und auch im Haushalt können Sie jetzt fest mit seinem Wunsch rechnen, alles Selbst auszuprobieren. Bremsen Sie diesen Drang nicht, sondern sorgen für eigene kleine Aufgaben, bei denen es sich nicht verletzen kann. Geben Sie Ihrem Kind die Chance, durch Nachahmen dessen, was es bei Ihnen beobachtet, spielerisch zu lernen. Auch in Bilderbüchern entdeckt es jetzt begeistert vertraute Dinge und Tätigkeiten und wird nicht müde, immer dieselben Seiten durchzublättern.
 
Eine neue Entdeckung, die Ihrem Kind jetzt bevorsteht, ist die, dass es ein Individuum ist. Es wird sich seiner eigenen Person bewusst. Sie merken es, wenn es vor dem Spiegel steht und nicht versucht, mit dem anderen Kind dort Kontakt aufzunehmen. Dieses Bewusstwerden ist ein wichtiger Schritt im Prozess der Loslösung von Ihnen, kann aber wieder zu ängstlichen Reaktionen bei Trennungssituationen führen.

Das Leben der Eltern

Da die Kinder jetzt ihre eigene Persönlichkeit entwickeln und sich Charakterunterschiede zeigen, reagieren sie auch unterschiedlich auf Ihre Umwelt. Wenn Ihr Kind sehr flexibel ist und mit dem häufigen Wechsel von Orten und Menschen kein Problem hat, gestalten Sie Ihren Alltag bunt und abwechslungsreich, machen Sie viele Ausflüge und Besuche. Gehört Ihr Kind eher zu den ruhigen, vorsichtigen Kindern, tun Sie sich selbst keinen Gefallen, wenn Sie zu häufig aus der Tagesroutine ausbrechen. Sorgen Sie dann nach Möglichkeit für vorhersehbare Abläufe. So überfordern Sie Ihr Kind nicht und setzen sich selbst weniger Stress aus.
 
Wenn Sie mit Ihrem Kleinkind in Urlaub fahren, dann sieht Ihre Packliste fast so aus, als wollten Sie umziehen. Manches können Sie sich erleichtern, wenn Sie spezielle Familienhotels oder auf Kinder ausgerichtete Ferienwohnungen auswählen. Dort sind Dinge wie Kinderbett, Hochstuhl oder Spielplatz vorhanden und wenn Ihr Kind sich mal wieder mit Schreien durchsetzen will, ist das hier kein ungewohntes Verhalten, das Sie sofort abstellen müssten, um nicht zu stören.

Tipps für die Eltern

Autofahren ist für Ihr Kind kein Vergnügen? Dann planen Sie eine Zwischenmahlzeit so ein, dass Sie im Auto in Form von kleinsten interessanten Häppchen präsentiert wird und eine Zeitlang für Ruhe sorgt.
 
Text: Petra Kaiser