Ihr Baby ist 17 Monate alt

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Ihr Baby ist 17 Monate alt

Die Entwicklung des Kindes

Ihr Kind hat jetzt tolle Lieblingsspiele, mit denen es seine Feinmotorik und sein Körperbewusstsein trainiert. Beim Fragespiel «Wo ist die Nase?», «Wo ist der Mund?» wird es nicht müde, mit den Fingerchen den entsprechenden Körperteil zu berühren. Mit der Zeit gelingt das ganz zielsicher, ohne daneben zu greifen. Um das Leisesein zu verdeutlichen, kann es einen Finger auf die Lippen legen und dazu vielleicht schon «pssssst» sagen. Die kleinen Hände wissen jetzt beim Anziehen, wo sie zufassen müssen, um zu helfen und auch bei der Hausarbeit packen sie an. Auch wenn es schwerfällt: Lassen Sie Ihr Kind Ihnen Sachen reichen, auch wenn Sie um das Geschirr fürchten: Jetzt gilt vor allem «Übung macht den Meister».
 
Sie haben gedacht, das Laufenlernen und das ständige Hinfallen hätte Ihnen schon alle Nerven geraubt? Weit gefehlt: Jetzt wird sich Ihr Kind an das Erobern der Treppen machen! Natürlich braucht es noch einige Monate Ihre Hilfe beim Hinauf- und Hinabsteigen, aber von Fehlversuchen, die es wegstecken muss, lässt es sich nicht abhalten, Stufe um Stufe zu bezwingen. Krabbeln, Klettern, Hochziehen, auf dem Po herunterhangeln – alle Techniken werden eingesetzt und helfen bei der Entwicklung der Motorik und des Gleichgewichts.
 
Mit der Selbstwahrnehmung erlebt Ihr Kind jetzt auch das Gefühl der Hilflosigkeit und des Versagens. Es verschätzt sich bei der Höhe der Treppenstufe, kriegt einfach den Baustein nicht durch die Lastwagentür hindurch oder bekommt die Nudeln nicht ohne Ihre Hilfe auf den Löffel. Manchmal kann Lernen sehr frustrierend sein und das erlebt Ihr Kleines jetzt bewusst. Da kann es schon mal zum Wutausbruch und Tränen kommen. Lassen Sie es seinen «Dampf ablassen» und seinen Sie geduldig. Ihr Kind ist es auch und wird sich nicht entmutigen lassen, sondern sich den Herausforderungen wieder stellen, bis es sie bewältigt.

Das Leben der Eltern

Den Tagesablauf bestimmt im Grossen und Ganzen Ihr Kleinkind, und wenn es wach ist, braucht es noch immer ständig Ihre Aufmerksamkeit. So sind die Abendstunden ein ganz besonderes Gut für Ihre Beziehung, das Sie und Ihr Partner hegen müssen. Seien Sie immer bemüht, durch Abendrituale und konsequente Zeiten den Schlafrhythmus Ihres Kindes in festen Bahnen zu halten. Ihr Kind braucht den Schlaf und Sie die Zeit zu zweit. Es hat nichts mit noch so moderner und toleranter Erziehung zu tun, das Kind aufbleiben zu lassen, bis es am Boden einschläft.

Tipps für die Eltern

Beim Sichern der Wohnung, um das Kleinkind zu schützen, das alles in der Wohnung begierig erforschen und erklimmen will, werden häufig die Schubladen vergessen. Sie sollten unbedingt mit Auszugssicherungen versehen werden, damit Ihr Kind sie nicht herausziehen und damit stürzen kann. Hohe Schränke und Regale sichern Sie am besten durch Festdübeln an der Wand ab, damit die Kletterversuche Ihres Kindes sie nicht zum Kippen bringen.
 
Text: Petra Kaiser