Ihr Baby ist 21 Monate alt

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Ihr Baby ist 21 Monate alt

Die Entwicklung des Kindes

Das Rennen beherrscht Ihr Kind vermutlich schon besser, als Ihnen lieb ist. Beim Gehen meistert es auch schon den Rückwärtsgang und aus der Hocke heraus kann es Gegenstände hochheben. Auch das Treppensteigen klappt in diesem Alter nach oben schon alleine, beim Heruntersteigen müssen Sie noch ein wenig sichern. Gegen einen Ball zu treten, hat der zukünftige Fussballstar auch schon gelernt, aber mit dem kräftigen Werfen, sodass der Handrücken dabei nach oben zeigt, hat es noch Schwierigkeiten, es wirft den Ball nur von unten. Für das Hüpfen und Springen ist es jetzt noch zu früh, Ihr Kind bleibt vorerst noch mit den Beinen fest auf dem Boden!
 
Ihr Kind lässt sich jetzt mit den ersten grossen Holzpuzzlen herausfordern. Linksrum oder rechtsrum drehen, in das grosse oder das kleine Loch einsetzen – sowas macht Spass und trainiert sowohl die Feinmotorik als auch die Hand-Auge-Koordination. Natürlich müssen Sie damit rechnen, dass auch kleine Wutausbrüche das Puzzeln begleiten, denn nicht immer klappt es reibungslos mit dem Einsetzen der Teile. Zum Malen mit den Wachsmalstiften können feinere Buntstifte hinzukommen. Noch sind die Striche nicht gerade und eine Form auszumalen, überfordert noch, aber der kleine Künstler hat schon eine genaue Vorstellung davon, was er denn da mit dem bunten Gewirr aufs Papier gebracht hat.
 
Wenn Ihr Kind mit seinen Stofftieren und Puppen spielt und Alltagsszenen nachstellt, dann beginnt es jetzt auch, Gegenstände durch andere zu ersetzen, da es bereits eine innere Vorstellung von ihnen hat. So kann dann ein Karton zum Schiff werden oder ein Stock zum Löffel.
 
Vermutlich warten Sie schon sehnsüchtig auf die windelfreie Zeit, aber dafür ist es für die meisten Kinder vor dem zweiten Geburtstag zu früh, viele erlernen es erst im Laufe des dritten Lebensjahres. Wenn Ihr Kind selbst deutliche Zeichen gibt, dass es seine nasse Windel nicht mag und Sie den Eindruck haben, es möchte auf der Toilette oder dem Töpfchen sitzen und auch Signale gibt, dass gleich etwas kommt, dann unterstützen Sie es, aber machen Sie keinen Zwang daraus – es soll schliesslich stressfrei sauber werden.

Das Leben der Eltern

In der Familie gibt es Probleme? Veränderungen, Krankheit oder Tod? Versuchen Sie nicht, Dinge vor Ihrem Kind geheim zu halten, es spürt die Spannungen und weiss damit nicht umzugehen. Schildern Sie immer in einfachen Worten die Situation und versuchen Sie nicht, Ihrem Kind etwas vorzuspielen. Überfordern Sie es nicht mit Einzelheiten, aber versuchen Sie ihm zu erklären, warum etwas anders ist als bisher. Ihr Kind kann am besten mit schweren Situation umgehen lernen, wenn es weiss, dass auch Mama und Papa manchmal traurig sind.

Tipps für die Eltern

Das «Nein» ist sowieso das Lieblingswort Ihres Kindes, Sie sollten vermeiden, es häufig zu gebrauchen, es führt meistens nur zu Machtkämpfen. Versuchen Sie es lieber mit Gegenvorschlägen, wenn Ihr Kind etwas will oder tut, was es nicht soll: «Lass es uns einmal mit der Gabel versuchen» oder «Lass uns nicht hier drinnen mit dem Ball spielen, hole doch die Stifte, wir malen zusammen ein tolles Bild.»
 
Text: Petra Kaiser