Ihr Baby ist 22 Monate alt

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Ihr Baby ist 22 Monate alt

Die Entwicklung des Kindes

Bisher war die Spielwelt Ihres Kindes nur auf sein eigenes Erleben und die Zusammenarbeit mit Ihnen beschränkt. Allmählich erweitert es nun seinen Horizont, nimmt seine Umwelt stärker wahr und beginnt Interesse zu zeigen an dem, was die anderen Kinder denn da so tun. Erste zaghafte Kontakte entstehen. Lassen Sie Ihren kleinen Schatz seine Erfahrungen machen und haben Sie nur im Hintergrund ein Auge auf ihn, falls doch einmal eine Situation entsteht, die er nicht alleine meistern kann.
 
Ihr Kind hat jetzt genaue Vorstellungen von dem, was es anstrebt und welche Ziele es sich setzt. Beim Spielen mit dem Auto will es, dass es sich unter dem Tunnel durch bis in die Garage schieben lässt. Beim Beschäftigen mit dem Puzzle will es alle Teile schaffen und in die richtigen Löcher einsetzen. Der Erfolg ist ein wichtiger Abschluss dieses Vorganges und es freut sich wie ein Schneekönig, wenn alles gelingt. Umso heftiger fällt aber auch der Ärger und Frust aus, wenn etwas einfach nicht klappen will. Greifen Sie nicht gleich helfend ein, auch negative Erfahrungen gehören zum Entwicklungsprozess Ihres Kindes und spornen es neu an, es wieder und wieder zu versuchen. Wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Kind verzweifelt daran, schlagen Sie vor, gemeinsam zu überlegen, ob man es auch anders versuchen könnte.
 
Irgendwann steht die Entscheidung an, das Gitterbettchen gegen ein grosses Bett zu tauschen. Vielleicht macht Ihr Kind gefährliche Turnübungen an den Gitterstäben und Sie können sie nicht herausnehmen? Dann wird es höchste Zeit für einen Bettenwechsel! Das ist natürlich ein riesiger Einschnitt in das Leben Ihres Kindes, sein Bettchen ist sein sicherer Hafen und sein vertrauter Kuschelplatz. Beziehen Sie Ihr Kind von Anfang an ein in die Bettenauswahl und das Aussuchen der Bettwäsche, lassen Sie es «helfen» beim Ab- und Aufbau der Betten. Das neue Bett erscheint riesig, viele Kuschelkissen machen es einladender und heimeliger. Lassen Sie alle vertrauten Kissen und Bettgenossen feierlich ins neue Domizil einziehen. In der ersten Zeit kommt es dann vielleicht zu Einschlafproblemen oder Sie bekommen nächtlichen Besuch an Ihrem Bett. Seien Sie geduldig, Ihr Kind gewöhnt sich an die neue Situation und wird seine neue Freiheit bald zu geniessen wissen!

Das Leben der Eltern

Ihr Nachtschlaf hatte sich in den letzten Monaten im Grossen und Ganzen in geregelten Bahnen bewegt, jetzt müssen Sie verstärkt damit rechnen, wieder weniger Schlaf zu bekommen. Auch wenn Ihr Kind keinen Bettenwechsel zu verkraften hat, sind in diesem Entwicklungsalter oft Schlafstörungen zu erwarten. Ängste lassen Ihr Kind aufschrecken. Besonders Kinder, die sensibel sind und von Natur aus ängstlicher als manch andere, verarbeiten nachts die Ängste, die sie tagsüber mit zunehmender Loslösung von Ihnen erleben. Nehmen Sie die Sorgen ernst, trösten Sie. Und vor allem loben Sie Ihr Kind tagsüber immer wieder, damit es sicher und selbstbewusst wird. Sie tun nicht nur Ihrem Kind etwas Gutes damit, sondern verhelfen sich selbst auch zu genug Schlaf!

Tipps für die Eltern

Kinder können Schmerzen noch nicht der entsprechenden Körperstelle zuordnen. Wenn Sie also mit einem weinerlichen «Bauch-Aua» konfrontiert werden, kann es sich auch um Halsweh oder Ohrenschmerzen handeln. Halten Sie also auch nach anderen Krankheitsherden Ausschau!
 
Text: Petra Kaiser