
Endlich hat Ihr Kind beim Sitzen die Hände frei, um Dinge zu erforschen! Wenn es mit dem freien Sitzen noch Probleme hat, so braucht sie das nicht zu beunruhigen, es wird nicht ruhen, bis es endlich die Leistung vollbringt, sich aus der Bauchlage auf seine Arme aufzustützen und sich zum Sitzen hochzuziehen. Spornen Sie seinen Bewegungsdrang an, indem Sie Spielzeuge ans Ende seiner Reichweite legen, sodass es sich anstrengen muss, sie zu erreichen. Natürlich wird es schreien und schimpfen, wenn es nicht sofort herankommt, aber geben Sie nicht nach, es soll ruhig erfahren, dass ihm nicht alles leicht gemacht wird. Und die Freude darüber, wenn das Ziel dann alleine herangeangelt werden konnte, ist gross!
Die Feinmotorik Ihres Babys steht jetzt entwicklungsmässig ganz weit oben. Es hat bereits gelernt, Gegenstände mit einer Hand zu greifen und kann sie dann in die andere Hand legen. Mit Ihrer Hilfe kann es auch schon mit beiden Händen eine Tasse greifen und daraus trinken. Wenn es jetzt etwas lauter wird, müssen Sie das ertragen: Zwei Gegenstände lautstark gegeneinanderzuschlagen ist ein neues Spiel, das ihr Kind entdecken wird!
Ihr Baby beginnt jetzt, die dreidimensionale Welt zu entdecken. Wenn Sie im Spiegelbild im Fenster auftauchen, dann wird es wissen, dass Sie hinter ihm stehen. Dinge, die unter einer Decke versteckt sind, wird es voller Spass suchen und finden. Und es wird Dinge nach seiner Grösse sortieren lernen und so zum Beispiel Bauklötze der einen Grösse auf einen Haufen und die der anderen Grösse auf einen anderen Haufen legen. Stofftiere, die man halten und drücken kann, beginnen jetzt eine grosse Anziehungskraft auf ihr Baby auszuüben und vielleicht erwählt es sich schon ein Lieblingsspielzeug, das überall mit hingenommen werden muss.
Eine Phase der Trennungsangst gehört zur natürlichen Entwicklung Ihres Kindes. Wenn Sie das Zimmer verlassen, weint es, und wenn es nachts aufwacht, will es nicht alleine wieder einschlafen. Ertragen Sie diese Phase gelassen, es schadet Ihrem Kind nicht, wenn Sie es gelegentlich zu sich ins Bett holen. Wenn die Trennungsängste nachlassen, gewöhnen Sie es wieder daran, es immer in sein eigenes Bett zurückzubringen. Wenn Ihr Kind gelernt hat, dass die Welt nicht untergeht, wenn Sie das Zimmer verlassen und dass Sie wieder zu ihm zurückkehren, wird es Trennungen schnell gelassen ertragen.
Für viele ist jetzt der Zeitpunkt für den Wiedereinstieg in den Job gekommen. Vielleicht kommt ja eine Elternteilzeit für Sie infrage, so können Sie mit wenigen Stunden beginnen und können Ihr Kind nach und nach an die Tagesmutter oder die Kinderkrippe gewöhnen. Nehmen Sie rechtzeitig Kontakt zu Ihrem Arbeitgeber auf, um die Möglichkeiten zu besprechen. Wenn Sie nicht arbeiten gehen wollen, werden Sie sich trotzdem nach Gesprächen unter Erwachsenen sehnen. Vielleicht gibt es Mutter-Kind-Gruppen in Ihrer Nähe, Informationen darüber gibt es meist in Ortsnachrichtenblättern oder bei der Kirchengemeinde.
Entwickeln Sie ein Einschlafritual, das gibt dem Baby Sicherheit und beruhigt es. Sagen Sie beispielsweise allen Gegenständen im Kinderzimmer Gute Nacht, während sie es dazu auf dem Arm herumtragen: «Gute Nacht, Ball», «Gute Nacht, Lampe», «Gute Nacht, Kleiderschrank» – das fördert auch gleichzeitig die Sprachentwicklung!
Text: Petra Kaiser