
Appetitlosigkeit ist weniger ein Problem für die Kinder selbst sondern eher ein Problem, mit dem Eltern konfrontiert werden. Im Baby- und Kleinkindalter waren es die Eltern vielleicht gewohnt, das Kind permanent mit Essen zu versorgen. Und jetzt wo sie heranwachsen und eigentlich – so denkt man zumindest – mehr Nahrung zum Wachstum benötigen würden, essen sie plötzlich viel weniger oder unregelmässiger. Ist das ein Grund zur Verzweiflung?
Wenn ein Kind zu den Hauptmahlzeiten, also zu Mittag oder am Abend kaum etwas vom zubereiteten Essen anrührt, liegt das vielleicht oftmals daran, dass sich das Kind tagsüber mit kalorienhaltigen Limonaden oder Süssigkeiten vollstopft. Als erstes sollten also die Essgewohnheiten des Kindes beobachtet werden. Kinder sollten nie selbst Zugang zu ungesunden Lebensmitteln haben, denn sonst ist es kein Wunder, dass sie die Hauptmahlzeiten verweigern. Doch es gibt auch noch andere Gründe für die Appetitlosigkeit von Kindern.
Eine echte Appetitlosigkeit weist immer auf ein Problem im körperlichen oder seelischen Bereich hin. Haben Babys keinen Appetit, weist dies meistens auf gesundheitliche Probleme hin. Durchbrechende Zähne, Schluckbeschwerden, Durchfall oder eine Erkältung können Gründe sein, wieso der Sprössling Nahrung verweigert. Dies sollte schnellstens durch einen Arztbesuch abgeklärt werden. Ist bei einem Kind im fortgeschrittenen Alter Appetitlosigkeit zu beobachten, unterscheidet man zwischen einer plötzlich entstandenen Appetitlosigkeit und einer länger andauernden Appetitlosigkeit. Eine plötzlich entstandene Appetitlosigkeit kann ähnliche gesundheitliche Gründe haben, wie zuvor erwähnt. Hierbei besteht kein Grund zur Beunruhigung. Hält die Appetitlosigkeit jedoch über einen längeren Zeitraum hindurch an, sollte der Sache schon auf den Grund gegangen werden. Hierbei stecken meist psychische Probleme dahinter. Durch Gespräche mit dem Kind sollte man vorsichtig versuchen, diese zu ergründen. Das Kind sollte jedoch nicht zum Essen gezwungen werden!
Hält die Appetitlosigkeit beim Kind also länger an, sollte darauf geachtet werden, dass die Nahrung, die es zu sich nimmt, besonders nahrhaft ist und schmackhaft angerichtet wird. Das Auge isst ja schliesslich mit. Speisen, die das Kind besonders gern mag, sollten öfter zubereitet werden. Isst das Kind den Teller nicht ganz leer, sollte es nicht dafür bestraft werden oder gezwungen werden, diesen zu einem späteren Zeitpunkt zu leeren. Kleinere Portionen am Teller, die verzehrt werden, sorgen für ein Erfolgserlebnis. Die Mahlzeiten sollten regelmässig eingenommen werden. Auf kalorienreiche Zwischenmahlzeiten sollte verzichtet werden.
Macht sich bei den Kindern Appetitlosigkeit breit, bereitet das den Eltern oft grosses Kopfzerbrechen. Doch nicht immer besteht Grund zur Panik. Vorübergehende Appetitlosigkeit ist völlig normal und hat oft relativ harmlose gesundheitliche Ursachen. Hält eine Appetitlosigkeit jedoch über einen längeren Zeitraum an, sollte man dieser schon auf den Grund gehen und auch mit dem Arzt besprochen werden.
Text: Tina Voss