

Die bunten Verpackungen der Süssigkeiten sehen doch um so einiges verlockender aus als die langweiligen Brottüten oder gar der frische Spinat. Und während es im Supermarkt selbst noch genug anderes zu sehen gibt und das Kind abgelenkt werden kann, ist an der Kasse mit den dort aufgestellten Süssigkeiten meist guter Rat teuer. Unabhängig davon, wie viele Süssigkeiten bereits im Korb oder noch zu Hause sind, das Kind findet immer noch etwas Neues. Geht ein Elternteil nicht sofort auf den Wunsch ein, wird diesem lautstark Nachdruck verliehen, bis die bedauernswerte Mutter oder der entnervte Vater endlich nachgeben.
Es klingt alles andere als leicht, doch das Beste und vor allem langfristig wirkungsvollste Mittel ist Ruhe zu bewahren und standhaft zu bleiben. Natürlich wird man bei einem herzzerreissend weinenden Kind strafende Blicke von anderen Kunden ernten. Dennoch lernen Kinder dann sehr schnell, dass sie durch Geschrei und Gezeter vor allem in der Öffentlichkeit keine Erfolge erzielen. Wichtig: Ausnahmen sollte es nur als Belohnung für ein gutes Verhalten geben: Wer nur einmal dem Gebrüll des Kindes nachgibt, wird diese Situation auch beim nächsten Supermarktbesuch herauf beschwören.
Eine sehr gute Möglichkeit, Kinder von den bunten Verpackungen der Süssigkeiten abzulenken (zumindest im Supermarkt selbst, nicht unbedingt an der Kasse) ist es, den Einkauf zu einem Spiel zu machen. Warum nicht mal in Schnitzeljagd-Manier einkaufen gehen? Kinder fühlen sich so in ihren Fähigkeiten ernst genommen und werden in die Aktivität Einkauf eingebunden. Also heisst es das nächste Mal: «Schau doch mal, wo das Mehl steht!». Aber Vorsicht: Man sollte darauf achten, dass Kind nicht direkt durch die Süssigkeitenabteilung zu schicken!
Auch im Vorfeld können bestimmte Massnahmen ergriffen werden, die anstehende Einkäufe stressfrei gestalten. Wer das Kind schon beim Schreiben des Einkaufszettels mit einbezieht und Absprachen über das gute Benehmen trifft, wird wesentlich ruhiger einkaufen können. Bei vorbildlichem Verhalten macht es anschliessend auch Eltern grosse Freude, dem Nachwuchs als Belohnung einen kleinen Wunsch aus dem Süssigkeitenregal zu erfüllen.
Ein kühler Kopf, Standhaftigkeit und eine gewisse Gleichgültigkeit anderen Kunden gegenüber sind drei Ratschläge, die Eltern beim Einkauf mit Kindern beherzigen sollten. Bezieht man zusätzlich die Kinder von Anfang an noch aktiv in den Einkauf mit ein, wird der Wocheneinkauf im Supermarkt viel entspannender als mit Nachwuchs, der aus Langeweile auf Spielzeugjagd geht.
Text: Daniel D. Eppe