Schokolade und Co. – Süsse Kinderversuchung

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Schokolade und Co. – Süsse Kinderversuchung

Jeder kennt sie, Eltern fürchten sie: Die letzten Meter vor der Supermarktkasse sind ein wahrer Schlecker-Marathon. Süssigkeiten - kreischend bunt verpackt, für Kinder passend portioniert und in Kinderaugenhöhe positioniert – machen es Eltern schwer, ein konsequentes «Nein» auszusprechen. Aber sind Süssigkeiten und eine gesunde Ernährung ein genereller Gegensatz? Natürlich nicht. Allein die Ausgewogenheit macht’s.

Die Versuchung hat viele Namen

Ob Fruchtgummi, das Erwachsene ebenso froh macht wie Kinder, oder der Brotaufstrich, den die deutsche National-Elf angeblich bevorzugt: Kindern Süssigkeiten zu verbieten, ist grundsätzlich falsch. Viel wichtiger ist es, das Mass des Zuckerkonsums im Auge zu halten.

Dabei ist folgendes zu beachten: Fruchtsüsse, Kristallzucker oder Honig unterscheiden sich nur im chemischen Aufbau voneinander, haben aber immer gemeinsam, dass sie die Kalorienzahl des entsprechenden Produktes in die Höhe treiben.

Eine Richtlinie

Generell kann man seinem Kind, je nach Alter, bis zu 200 Kilokalorien an Zucker und seinen Artverwandten täglich zumuten. Vorsicht: Diese Menge entspricht 2 Gläsern Limonade oder 2 Riegeln Schokolade. Das hört sich im ersten Moment wenig an, ist aber völlig ausreichend. Man muss bedenken, dass ohnehin kaum ein Lebensmittel ohne Zucker oder Zuckerersatzstoffe auskommt. Die einschränkende Regel muss von Ausnahmen bestätigt werden. Es ist wichtig, dass Kinder an Geburtstagen und Festen ohne Reue sündigen dürfen und so die Besonderheit von «Süssem» schätzen lernen.

Kein Erziehungsmittel

Wer mit all zu harschen Erziehungsgrundsätzen das Thema Süssigkeiten behandelt, liegt falsch. Verbote und ständige Warnungen verführen nicht nur zum heimlichen Genuss, sondern enden auch oft in Störungen des natürlichen Essverhaltens. Krankhaftes Übergewicht (Adipositas) oder die panische Angst vor Gewichtszunahme und in der Folge meist Bulimie sind nicht selten Folge einer Fehlerziehung im Elternhaus und begleiten die Kinder oft ein Leben lang.

Und täglich grüsst die Chipstüte

Eltern, die nicht auf die abendliche Chipstüte oder Schokoladentafel vor dem Fernseher verzichten können, dürfen sich über eine regelrechte Gier nach Süssigkeiten bei ihren Kindern nicht wundern. Viel eher sollten Eltern Vorbild sein und auf Obst- und Gemüsespalten zurückgreifen. In Verbindung mit einem mageren Dipp machen Paprika & Co in den heimischen Wohnzimmern immer mehr das Rennen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie sind leicht verdaulich, beeinflussen dadurch nicht das Schlafverhalten und lagern sich so gut wie gar nicht an Problemzonen des Körpers ab.

Fazit

Die Verantwortung im Umgang mit Zucker und Süssigkeiten liegt allein in der Hand der Eltern. Wer früh anfängt, seinen Kindern durch ausgewogene Ernährung auch Obst und Gemüse schmackhaft zu machen, wird es an den mit Süssigkeiten gefüllten Regalen der Supermarktkassen sicher leichter haben. Und ehrlich: Ein genossener Schokoladenriegel ist doch viel schöner anzusehen als ein hastig verschlungener, oder?
 
Text: Daniel D. Eppe