Die Schweiz wird immer dicker

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Die Schweiz wird immer dicker

Die Kampagne setzt vor allem bei Kindern und Jugendlichen an, die nicht oder noch nicht stark übergewichtig sind - sowie bei deren Umfeld. Denn für sie braucht es wenig, um viel zu verändern. Mit regelmässiger Bewegung, weniger Fett und Zucker können sie viel für ein gesundes Körpergewicht tun.

1. Zunehmende Portionengrösse

Egal wie gross die Portion im Restaurant ist, alles wird aufgegessen - denn schliesslich haben wir dafür bezahlt. In Supermärkten werden die Standardportionen zunehmend grösser. Haben wir früher 3 dl eines Süssgetränkes getrunken, leeren wir heute problemlos die angebotene Flasche mit 5 dl Inhalt.

Chance:

«Klein, aber fein» sollte es heissen. Das Essen schön und eher auf kleinen Tellern anrichten. Wenn immer möglich das Essen frisch zubereiten und Fertiggerichte sparsam einsetzen. Im Restaurant reicht vielleicht auch eine halbe Portion als Hauptgang. Beim Einkauf nicht zu den Grosspackungen greifen, nur weil sie zum Aktionspreis zu haben sind. Die Lebensmittelpyramide zeigt Ihnen, wie viel eine Portion ist.

2. Energiereiche Durstlöscher

Kennen Sie den Geschmack von natürlichem Wasser noch, oder sind Sie schon den Lifestyle-Getränken verfallen? Die neueste Generation Mineralwasser mit Geschmack ist wohl noch kein Süssgetränk, aber auch kein Wasser mehr. Alkoholhaltige Getränke sind auch kalorienreich und schlagen sich in Form von Fettpolstern nieder.

Chance:

Löschen Sie Ihren täglichen Durst mit Wasser und variieren Sie je nach Geschmack mit ungezuckertem Tee. Zucker- und alkoholhaltige Getränke passen zu einem speziellen Anlass. Aber feiern Sie nicht jeden Tag ein Fest!

3. Angebote in Hülle und Fülle

Von allen Produkten gibt es unzählige Varianten. Standen Sie auch schon mal überfordert am Warenregal? Dieses Überangebot ist auch nicht wirklich eine Unterstützung beim speditiven Einkauf. Merken Sie sich: Am populärsten eingepackt und mit Dominanz umworben sind solche Lebensmittel, die wenig zum gesunden Essen beitragen.

Chance:

Verzichten Sie auf das Anlegen unnötiger Vorräte. Ein saisongerechter Einkauf ist nicht nur gesünder, sondern auch günstiger. Die Saisontabelle ist eine wertvolle Hilfe bei der Menüplanung und bringt farbige Abwechslung auf den Teller. Anstelle von Kreativität auf der Verpackung ist Ihre Kreativität beim Kochen gefragt, und Sie können sich auf ein persönliches Lob freuen.

4. 7*7 + 24 h Verfügbarkeit

Das Essen verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Imbissstuben, Fast-Food-Ketten und Tankstellenshops locken bei 24-h-Service mit nahrhaften Leckereien mit wenig Nährwert. In Schulen halten Süssgetränkeautomaten den Kindern stets fixfertige Kalorienbomben bereit. Für kurze Zeit ist so der (Süss)-Hunger gestillt, aber schon bald verlangt der Körper nach mehr - und Nachschub zu finden ist nicht schwer.

Chance:

Regelmässigkeit bietet die Lösung. Lassen Sie keine Mahlzeiten aus und vermeiden Sie so Heisshungerattacken. Eine Mahlzeit sollte immer vollständig zusammengestellt sein. Wussten Sie, dass ein Menü drei Komponenten hat? Salat, Obst und Gemüse sind die Frischekomponente; Fleisch, Fisch, Ei und Milchprodukte sind die Eiweisskomponente. Die dritte ist die Stärkekomponente. Welche Lebensmittel dazu gehören, sehen Sie in der Lebensmittelpyramide. Ganz wichtig: Wer ohne Frühstück aus dem Haus geht, gönnt sich dafür ein grösseres Znüni.

5. Das Gluscht-Prinzip

Essen Sie, weil es 12.15 Uhr ist oder weil sie schon länger als vier Stunden nichts mehr gegessen haben? Wir haben verlernt, auf unser Hungergefühl zu achten. Der Duft von frischen Brötchen am Morgen regt unser Hungergefühl ebenso an wie der brutzelnde Döner am Mittag oder Abend. Und appetitanregende Werbung macht Gluscht aufs Probieren.

Chance:

Bringen Sie Ihren Hungersättigungs-Mechanismus wieder in den richtigen Rhythmus, indem Sie regelmässig essen. Häufig reicht es, alle vier Stunden etwas zu essen. Gesunde Zwischenmahlzeiten nehmen Sie am besten von zu Hause mit - das hilft Ihrer «5 am Tag»-Bilanz. Eine Mahlzeit macht länger satt, wenn sie ausgewogen zusammengestellt ist.

6. Zu wenig Bewegung

Wir lassen uns tagtäglich auf Händen tragen. Mit Auto oder Bus, Zug und Tram gehts bequem an einen Arbeitplatz, an dem wir den ganzen Tag sitzen. Bewegungslosigkeit, die sich bereits bei unseren Kindern widerspiegelt. So klagt bereits jedes fünfte Kind über gelegentliche oder chronische Rückenschmerzen.

Chance:

Ein bisschen mehr Aktivität im Lebensstil fördert die Gesundheit und beugt Übergewicht vor. Und es ist einfacher, als man denkt: Jeden Tag jede Treppe steigen, die sich Ihnen stellt. Dabei müssen Sie sich nicht verausgaben. Es reichen dreimal zehn Minuten Bewegung pro Tag. Die Bewegungspyramide zeigt, wie es geht.

7. Bewegungshemmende Umwelt

Es scheint, als mache es uns unsere Umwelt immer schwieriger, uns zu bewegen. Die Grünflächen werden eher weniger, attraktive Spielplätze muss man länger suchen, und die Strassen laden eigentlich niemanden mehr zum Fahrradfahren, Joggen oder Spazieren ein.

Chance:

Augen auf! Der bewegungshemmende erste Blick trügt oft. Wo ist der nächste Vitaparcours? Der nächste Wanderweg? Gibt es in Ihrer Umgebung ein attraktives Fitness-Center, ein Schwimmbad, Freunde zum Walken? Organisieren Sie sich. Machen Sie Ihren Haushalt fitter - zum Beispiel mit einem Hometrainer. Oder indem Sie den Lift nie mehr benutzen. Arbeiten Sie öfter im Garten. Vielleicht versuchen Sie es mal mit Yoga oder mit Stretching.

8. Zu viel sitzen

Weder in der Schule noch im Beruf werden wir ermuntert, fitter und flinker zu werden. Wir sitzen. Beim Essen, an der Bushaltestelle, im Bus, im Büro, im Auto, auf der Schulbank, zu Hause vor dem Fernseher, beim Lesen eines Buches. Und unser Sitzpolster wächst so ungehindert. Körperliche Inaktivität verursacht in der Schweiz jährlich rund 2900 vorzeitige Todesfälle und 2,1 Millionen Erkrankungen - was direkte Behandlungskosten von 2,4 Milliarden Franken zur Folge hat.

Chance:

Nicht sitzen bleiben! Integrieren Sie Bewegung in Ihren Alltag. Gehen Sie einen Teil Ihres Arbeitsweges zu Fuss. Oder mit dem Velo statt mit dem Motorrad. Sparen Sie sich den Lift. Machen Sie über Mittag einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Weniger Fernsehen, erweitern Sie Ihren Horizont lieber mit einem kleinen Ausflug. Und versuchen Sie es mal mit einem Arbeitsstehpult.

9. Tausend Ausreden

«Mir gehts ja gar nicht sooo schlecht, ich fühle mich ganz wohl ohne Sport.»
«Ich habe keine Zeit für körperliche Aktivitäten.»
«Ich bin nicht zum Sport geboren.»
«Wenn ich mich ein wenig um meine Ernährung kümmere, reicht das doch völlig aus.»
«Sport ist Mord.»
... und rund 995 weitere unsinnige Ausreden halten uns davon ab, zu tun, was gesund für uns ist: richtige Ernährung mit genügend Bewegung zu kombinieren.

Chance:

Auf jede dumme Ausrede gibt es mindestens eine gute Antwort. Zum Beispiel, dass sich Krankheiten, die auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind, schleichend entwickeln und das subjektive Wohlbefinden so noch lange nicht stark gestört ist. Oder dass körperliche Aktivitäten eben gar nicht viel Zeit brauchen - mit etwas gutem Willen lassen sie sich hervorragend in den Alltag integrieren. Reden Sie sich also nicht allzu oft aus Ihrer Eigenverantwortung heraus - es lohnt sich nicht.

Es braucht wenig, um viel zu verändern!