
Kinderkleidung ist in der Regel sehr teuer, wenn man sie im Fachhandel und in Markengeschäften kauft. Viele Verbraucher vermuten hinter dem hohen Preis natürlich eine angemessene Material- und Verarbeitungsqualität sowie geprüfte Sicherheit, aber nicht immer werden diese Kriterien tatsächlich in der Produktion berücksichtigt. Discounterware hingegen ist oft zu weitaus günstigeren Preisen zu haben, aber auch hier herrschen Vorurteile hinsichtlich Langlebigkeit, Strapazierfähigkeit und Qualität. Nur die wenigsten Eltern sind in der Lage, wirklich jeden Preis für Kindersachen zu zahlen, viele haben durch ihre finanzielle Situation nur bedingt die Option, das Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich auf Herz und Nieren zu prüfen. Aber gute Kleider müssen ja gar nicht so teuer sein, und wenn die Eltern auf einige kindgerechte Eigenschaften achten, ist manches Schnäppchen drin.
Wichtig ist beispielsweise eine stabile Verarbeitung – Nähte, Knöpfe und Verschlüsse müssen so fest vernäht sein, dass sie eine Zerreissprobe mühelos überstehen. Metallische Elemente wie Schnallen und Verschlüsse sollten nickelfrei sein, um allergische Reaktionen zu vermeiden. Ausschnitte und Kragen sind optimalerweise gross genug, dass der Kopf bequem hindurch passt. Optimal ist eine seitliche Knopfleiste. Hosen tragen sich viel besser, wenn sich die Bundweite regulieren lässt. Der Hauptbestandteil des Stoffes sollte unbedingt Baumwolle sein, da Kinderhaut darin gut atmen kann. Auch die Handhabung spielt eine grosse Rolle, spätestens im Kindergarten: Klettverschlüsse und Druckknöpfe sind nun einmal einfacher zu bedienen als Schnürsenkel und Schnallen. Früher oder später kommt dann sowieso der Zeitpunkt, an dem sich die Kinder ein Mitspracherecht in Sachen Design ausbitten. Was nicht gefällt, wird dann einfach nicht angezogen.
In den ersten 3 bis 4 Lebensjahren passieren die meisten Kinder problemlos zwischen 7 und 10 Kleidergrössen – da ist kaum hinterherzukommen. Es schadet nicht, wenn man gelegentlich eine Grösse überspringt, solange man Ärmel und Hosenbeine einfach aufkrempeln kann. Unterwäsche und Strümpfe sollten jedoch unbedingt passen, und durch viel zu grosse Winterjacken pfeift der Wind einfach durch. Keine Kompromisse sollte man beim Schuhkauf machen – das zarte Fussgewölbe rächt sich später für Sparsamkeit am falschen Platz. Im Fachhandel kann der Kinderfuss gemessen und die korrekte Grösse bestimmt werden.
Wer aus zweiter Hand und auf Flohmärkten kauft, kann viel sparen. Auch Markenprodukte wechseln hier den Besitzer, was oft das glückliche Mittel zwischen Qualität und Preis mit sich bringt. Gerade in kleinen Grössen sind die Sachen wegen der kurzen Tragezeit oft neuwertig, und vielleicht wird manches Stück ja noch an ein Geschwister weiter gegeben. Die Kleinen stören sich zumeist nicht an gebrauchter Kleidung.
Text: Claudia Eichhorn