

Hören Männer, dass sie Vater werden, dann gehen sie oft davon aus, dass sie noch runde neun Monate Zeit zu haben, bis sie auch der «Ernst» mit den neuen Pflichten einholt. Dabei sollte ein guter Vater von Anfang an «Papa» sein, eben schon lange Zeit vor der Geburt. In der Zeit der Schwangerschaft sollten werdende Väter natürlich ihre Frau bestmöglich entlasten, sich aber auch mit der Tatsache «Nachwuchs» auseinandersetzen. Dazu gehört auch, seine Frau regelmässig zur Ultraschalluntersuchung zu begleiten und auch die schwangerschaftsvorbereitenden Massnahmen zu besuchen. Auf diese Weise gelingt es ihm besonders gut, die neuen Tatsachen zu verinnerlichen und schon im Vorfeld eine innige Beziehung zum Kind aufzubauen.
Wenn das Kind erst geboren ist, krempelt sich das Leben der Familie und speziell das des Mannes natürlich deutlich um. Hinzu kommt, dass die Rollenverteilung für den Mann heute nicht mehr so klar abgegrenzt ist wie früher einmal. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich hauptsächlich die Frau um das Neugeborene kümmerte, es fütterte, wickelte und liebkoste. Auch der Mann, der in der Regel zusätzlich noch einen Beruf ausübt, wird verstärkt mit in die Erziehung und die häuslichen Pflichten einbezogen. Männer tun sich dabei vor allem anfangs schwer mit, da nun kaum noch ein Fleckchen Freizeit übrig bleibt und die privaten Interessen drastisch zurückgeschraubt werden müssen. Hier ist nun stete Kommunikation zwischen den frischgebackenen Eltern nötig, um ernsten Problemen möglichst aus dem Weg zu gehen.
Väter bemerken schnell, dass ihnen aufgrund ihres Berufes nur wenig Zeit mit ihrem Nachwuchs bleibt. Sie würden gern häufiger und länger ihre Zeit dem Sohn oder der Tochter widmen als es im Alltag möglich ist. Aus diesem Umstand ergeben sich immer wieder Selbstzweifel oder Ängste, dass man seine Vaterpflichten nur unzureichend wahrnimmt bzw. ausübt. Kinder selbst sehen es nach verschiedenen Studien nicht so eng. Ihnen ist es wichtig, dass der Vater überhaupt da ist, wie oft und wie lange, ist eher zweitrangig. Zweifelnden Vätern kann also versichert sein, dass sie, sofern sie ihre knappe Freizeit den Kindern schenken, mit Sicherheit keine schlechten Väter sind.
So verschieden die Charaktere von Mutter und Vater manchmal sind, so verschieden sind natürlich auch die Erziehungsstile. Grundsätzlich haben Väter allerdings die Eigenschaft, etwas autoritärer an die Erziehung heranzugehen als Mütter. Sie reagieren schneller und impulsiver auf Problemsituationen. Eltern sollten sich deshalb in ihren Argumenten und im Erziehungsstil auf eine Linie einigen. Tun sie das nicht, können sie beim Nachwuchs ernsthafte Ängste hervorrufen, die eine gesunde Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen können. Eine gewisse Strenge ist von beiden Eltern unbedingt notwendig, jedoch darf ein Kind sich nie von den Eltern «weggestossen» fühlen. Sie müssen ihre Eltern auch in Konfliktmomenten als Bezugspersonen erkennen können. Dabei sind Jungen eher auf den Vater fixiert, Töchter eher auf die Mütter.
Das Ziel, ein guter Vater zu sein, stellt eine gewisse Herausforderung für jeden Mann dar. Allerdings sollte man nicht versuchen, ständig Höchstleistungen als «Papa» zu vollbringen. Im Regelfall reicht es, wenn ein Vater möglichst viel seiner Freizeit für den Nachwuchs zur Verfügung stellt. Eine gute Ausgewogenheit zwischen Strenge und liebevoller Erziehung sollten grundsätzlich die Basis des «Vaterseins» bilden, denn so wird die positive Entwicklung des Kindes optimal gefördert.
Text: Daniel D. Eppe
Dieser Ratgeber macht Väter zu Superdads - ob Abenteurer, Forscher oder Pausenclown. Filmdosen explodieren, Schatzsuchen werden per GPS organisiert, Mini-Biotope in Einmachgläsern angelegt und wir lernen wie man die Kids im Restaurant bei Laune hält. In dieser Lektüre stecken jede Menge Spaß und Wissen für moderne Väter und deren Kinder bis 10 Jahre.