
Krisen und Konflikte gehören zum Leben dazu – leider! Wenn sich die Eltern in einer ernsthaften Paarkrise befinden, welche möglicherweise in einer Trennung enden wird, ist es auch wichtig, die Kinder darüber zu informieren. Grundsätzlich ist das schon mit Kindern ab vier bis fünf Jahren möglich. Da Kinder im Trennungsfall vor allem unter der Angst leiden, verlassen zu werden, ist es wichtig, dass die Eltern vor dem Kind weder sich selbst mit Schuldzuweisungen überhäufen noch die Kinder in irgendeiner Form mit hineinziehen.
Seien Sie offen und erklären Sie Ihrem Nachwuchs (je nach Alter des Kindes) in möglichst einfachen Worten, dass es zwischen beiden Elternteilen momentan Schwierigkeiten gibt. Vergessen Sie in Ihrem eigenen Beziehungsstress nicht, genügend Zeit mit dem Nachwuchs zu verbringen. Dies sollte vor allem Zeit sein, in welcher Sie sich dem Kind verstärkt und in harmonischer Atmosphäre zuwenden. Streit und Konflikte haben hier nichts verloren! Schenken Sie Zuwendung und sagen Sie dem Kind, dass Sie – und natürlich auch der Partner – es sehr lieb haben und immer für das Kind da sein werden. Für Kinder ab 3 Jahren gibt es zahlreiche Kinderbücher die sich mit diesem Thema beschäftigen. Diese können bei der Erklärung und Verarbeitung sehr hilfreich sein.
Kinder brauchen Klarheit, daher ist ein Erklären der Trennung durchaus sinnvoll. Es geht aber nicht darum, dem Kind alle Zusammenhänge zu erläutern, jedes Detail brauchen sie nicht zu wissen. Wenn sich beide Elternteile dazu in der Lage fühlen, sollten Sie gemeinsam mit dem Nachwuchs sprechen, allerdings nur dann, wenn Sie sicher sind, dass im Laufe dieses Gespräches der alte Paarkonflikt nicht wieder aufflammt. Kinder reagieren mitunter sehr unterschiedlich auf solche Botschaften. Die einen werden eher still und ziehen sich zurück, andere hingegen stellen konkrete Fragen. Diese sollten die Eltern möglichst sachlich, und so ehrlich wie möglich beantworten. Ist das Kind zunächst gar nicht gesprächsbereit, sollten die Eltern dem Nachwuchs Zeit geben, das Gehörte zu verdauen und immer wieder Gesprächsbereitschaft zeigen.
Text: Sabine Trach