Babys Ankunft: Bäumchen pflanzen und Co.

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Babys Ankunft: Bäumchen pflanzen und Co.

Eltern, die neun Monate sehnsüchtig auf die Ankunft des Nachwuchses gewartet haben, wollen gerade die erste Zeit mit dem Neugeborenen unvergesslich gestalten. Wer jetzt jedoch denkt, dass sich die Momentaufnahmen von heute nur auf Camcorder und Digitalkameras beschränken, irrt sich gewaltig. Traditionen rund um die Geburt eines Kindes stehen seit jeher hoch im Kurs.

Die erste Locke des Kindes

Die beliebteste und bisweilen bekannteste Tradition ist das Aufheben von persönlichen Gegenständen. So werden vor allem die erste Locke, die "Lauflernschuhe" oder auch das erste Kuscheltier des Kindes aufbewahrt. Diese Dinge heben Eltern meist als eine Art Talisman jahrelang auf, um sie dem Kind am achtzehnten Geburtstag oder auch bei der Hochzeit als Glücksbringer zu schenken.

Von Äpfeln und Birnen

Weit verbreitet ist auch das Pflanzen eines Apfelbaumes bei der Geburt eines Sohnes, beziehungsweise eines Birnenbaumes bei einer Tochter. Diese Obstbäume wachsen dann quasi mit den Kindern zu stattlichen Gehölzen heran, die zum ersten Mal zur Einschulung des Kindes Früchte tragen. Ob es dazu nötig ist, wie in manchen deutschsprachigen Gegenden üblich, die Plazenta oder die Nabelschnur zu vergraben und den Baum darüber zu pflanzen, sei dahin gestellt.

Nachbarn und Freunde sind wahre Brauchtumspfleger

Dass Nachbarn und Freunde besonders einfallsreich sind, wenn es um das Feiern einer Geburt geht, zeigt sich im gesamten deutschsprachigen Raum. Der traditionell über der Haustür thronende Klapperstorch oder die mit Babysachen behängte Wäscheleine im Vorgarten wird jedem schon einmal ins Auge gefallen sein. Im Voralpenraum hat sich indes die "Bixn" und der "Lumpn" als Brauch erhalten: Die Geburt eines Mädchens feiert die Nachbarschaft mit dem Aufhängen von leeren Büchsen, die eines Jungen mit Lumpen. In der Schweiz feiert man den Familienzuwachs mit bunten Figuren, die am Haus befestigt, mit dem Namen sowie dem Geburtsdatum versehen werden und mitunter jahrelang hängenbleiben.

Babypinkeln früher und heute

Immer beliebter wird auch der Brauch des "Babypinkelns". Der frischgebackene Vater feiert die Geburt seines Kindes im Kreis der engsten Freunde und Verwandten noch während sich seine Frau im Krankenhaus von den Strapazen der Geburt erholt. Das "Babypinkeln" hat heute nichts mehr mit dem eigentlichen "Wasserlassen" des Kindes zu tun, sondern fand seinen Ursprung bereits vor Jahrhunderten: Nachdem Mutter und Kind wieder wohlauf waren, wurden Verwandte und Freunde eingeladen, um den Neuankömmling nackt gereicht zu bekommen und ihn zu begutachten. Wer dabei von dem Kind "angepinkelt" wurde, galt fortan als Glückspilz.

Unter Gottes Segen

Auch wenn viele Eltern sich nicht mehr direkt mit dem Thema "Kirche" befassen wollen, ist die Kindstaufe in vielen europäischen Gebieten ein fester Termin im ersten Lebensjahr des Kindes. Auch diese Feier ist in vielen Regionen mit Traditionen verbunden. So wird das Taufkleid, beziehungsweise heute auch der "Taufstrampler", aufbewahrt  um ihn an die nächste Generation weiter zu geben. Auch das Anfertigen von Taufkerzen ist ein schöner Brauch, der sowohl von römisch-katholischen, als auch protestantischen Eltern wieder entdeckt wird. Diese, meist schmuckvoll verzierten Kerzen werden nach dem Taufgottesdienst mit nach Hause genommen und in glücklichen, aber auch sorgenden Momenten des Familienlebens entzündet.

Fazit

Obwohl die Ursprünge der meisten Traditionen und Bräuche rund um die Kindsgeburt im Dunkeln liegen, sind sie teilweise seit Generationen tief im Denken von Eltern, Freunden und Verwandten verwurzelt. So kann man annehmen, dass viele Sitten noch aus dem Mittelalter stammen. In dieser Zeit war es den Menschen ein grosses Anliegen, Eltern und Neugeborenem einfach viel Glück zu wünschen oder dieses Glück von Generation zu Generation durch Haarlocken, Taufkleider und Co. zu vererben. Welche Tradition es auch sei: Ein Grund zum Feiern ist die Geburt eines kleinen Menschen allemal!

Text: Daniel D. Eppe