Die Geburt in 3 Phasen
Die Geburt wird in 3 Phasen eingeteilt:
- die Eröffnungsphase
- die Austreibungsphase
- die Nachgeburt
Die Eröffnungsphase
Mit ihr beginnt die Geburt. Sie zeichnet sich durch das Einsetzen der ersten regelmässigen Wehen aus. Dabei beginnt sich der Muttermund (Cervix) zu öffnen. Während der Schwangerschaft war er durch einen Schleimpfropf dicht verschlossen. Dieser wird nun ausgestossen, was mit einer leichten Blutung einhergeht. Diese Cervixeröffnung nennt man auch «Zeichnen».
Während dieser ersten Geburtsphase weitet sich der Muttermund nun nach und nach, bis er eine Öffnung von zehn Zentimeter erreicht. Der unterste Teil der Fruchtblase wird nun sichtbar. In ihr konnte der Fötus, von Fruchtwasser schützend umgeben, wachsen und sich entwickeln. Durch den zunehmenden Druck, den die Wehen auslösen, wölbt sich die Fruchtblase immer mehr durch die Öffnung vor, bis sie platzt. Bei diesem Blasensprung geht Fruchtwasser ab. Ein Teil aber wird dadurch zurückgehalten, dass das Köpfchen des Kindes nun nach unten rutscht und den Muttermund wie ein Kugelventil verschliesst.
Die gesamte Eröffnungsphase dauert zwischen sieben und zehn Stunden, je nachdem ob die Frau ihr erstes Kind gebärt oder ob sie schon mehrere Kinder auf die Welt gebracht hat. Bei Erstgebärenden zieht sich die Eröffnungsperiode länger hin, weil sich der Muttermund langsamer öffnet (ca. ein Zentimeter pro Stunde).
Die Austreibungsphase
Die zweite Geburtsphase beginnt mit dem Einsetzen der Presswehen. Nun spannt sich die gesamte Bauchdecke kräftig an und ein starker Drang zu pressen beginnt, ohne dass die Frau dies beeinflussen könnte. Während dieser Pressperiode entsteht ein sehr hoher Druck im Mutterleib. Die Folge ist, dass die Blutversorgung des Uterus vermindert oder sogar unterbrochen wird, weil durch den hohen Druck die Blutgefässe zusammengedrückt werden. Diese Geburtsphase ist demnach ein kritischer Teil, denn sie stellt für das Kind die Phase mit der höchsten Gefährdung dar.
Durch die Presswehen wird das Kind durch die Beckenöffnungen und schliesslich durch die Vagina (Scheide) an die Oberfläche geführt. Das Sichtbarwerden des Kopfes an der Scheidenöffnung nennt man «Einschneiden des Kopfes», sofern das Kind mit dem Kopf voran geboren wird. Dies ist bei den meisten Geburten der Fall. Wenn das Kind zu Welt gekommen ist, folgt das Abfliessen des restlichen Fruchtwassers, womit die Austreibungsphase abgeschlossen ist.
Die Nachgeburt
Auch in dieser letzten Geburtsphase treten Wehen auf. Sie führen dazu, dass der Mutterkuchen (Plazenta) sich von der Uteruswand löst und ausgeschieden wird. Ein vollständiges Ausscheiden der Plazenta ist wichtig, weil zurückgebliebene Reste Entzündungen und Blutungen verursachen können. Zudem sorgen die Nachgeburtswehen dafür, dass nachgeburtliche Blutungen gestillt werden.
Wochenbett
Nachdem alle 3 Geburtsphasen abgeschlossen sind, beginnt das sogenannte «Wochenbett» – die ersten paar Tage nach der Geburt. Mütter, die frisch geboren haben, werden auch als «Wöchnerinnen» bezeichnet.