In der Ruhe liegt die Kraft – Das Wochenbett

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In der Ruhe liegt die Kraft – Das Wochenbett

Die körperlichen Folgen einer Geburt werden von den meisten Müttern oft verkannt. Viele wollen so schnell wie möglich wieder funktionieren – ein Tribut der Emanzipation, der «Ausruhen» mit «Schwachheit» gleichsetzt.

Dabei sind in ersten zehn Tagen nach der Geburt die körperliche und vor allem auch die seelische Umstellung am intensivsten. Der Körper und die Seele einer frischgebackenen Mutter nehmen sich gerade jetzt eine wohlverdiente Regenerationszeit. Gedehntes Gewebe bildet sich zurück, belastete Gelenke erholen sich und auch die Psyche der «Wöchnerin» muss sich an das neue Körper- und Lebensgefühl – gerade nach der ersten Geburt – nach und nach gewöhnen.

Alter Begriff – neu definiert

War das Wochenbett bis weit in die 1960er Jahre ein fester Begriff in der Gesellschaft, erhielt er während der Emanzipationswelle in den 1970er und 80er-Jahren einen altbackenen Beigeschmack. Dabei wurde in den Hintergrund gedrängt, dass das Wochenbett eine grundlegende Basis des Mutterseins bildet. Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt bilden sich die stärkste Bande zwischen Mutter und Kind sowie auch zwischen den anderen Familienangehörigen und dem Neuankömmling. Um diese Entwicklung nicht zu stören, braucht eine Frau, zusammen mit ihrem Partner, vor allem Ruhe und damit verbunden auch eine gewisse Gelassenheit.

Den Besuch delegieren

Ob Oma, Opa, Tante, Onkel – alle wollen das neue Familienmitglied schnell sehen. Um eine Besuchsschwemme zu vermeiden, empfiehlt es sich z.B., einen Anrufbeantworter mit dem Geburtstag des Kindes sowie den wichtigsten Daten zu besprechen. Eine kurze, persönlich gehaltene Bitte um Verständnis wird die Enttäuschung des vermeintlichen «Nichtwillkommenseins» während der ersten Tage in Grenzen halten. Wer dennoch nicht auf Besuch verzichten will, sollte ihn delegieren. Niemand ist einer frisch gebackenen Mutter böse, wenn Sie um kleine Hilfestellungen bittet. Vielleicht backt die Oma den hochgelobten Kirschkuchen, während sich der Onkel mit dem Kindsvater um Behördengänge kümmert. Viele Verwandte freuen sich, wenn sie um Hilfe gebeten werden. Wichtig ist nur, dass diese Hilfe nach und nach ausgesprochen wird und nicht auf einmal.

Das Wochenbett geniessen

Neuerdings wird das Wochenbett auch als «Babyflitterwochen» bezeichnet. Dieser Begriff umreisst am ehesten, wie Eltern und Familie diese erste, wichtige Zeit mit dem neuen Familienmitglied geniessen sollen. Dabei sollten gerade Geschwisterkinder mit in diese Zeit einbezogen werden, um die neue Situation verstehen zu lernen. So kann man sich optimal und in Ruhe auf die aufregende Zeit, die jetzt beginnt, gemeinsam mit der ganzen Familie vorbereiten.

Text: Daniel D. Eppe