Sanfte Geburt mit Gleitgellesenswert!

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Sanfte Geburt mit Gleitgel

Viele Frauen, gerade in der ersten Schwangerschaft, sind darauf bedacht, ihr Kind möglichst schonend zu gebären. So kommt am Anfang auch direkt die Frage auf, wie man, beziehungsweise Frau, gebären soll. Neben der Spontangeburt, also der ganz natürlichen Entbindung mit Wehen, Anstrengungen und Schmerzen sind hierbei Wassergeburt und Kaiserschnitt die wohl bekanntesten Methoden. Hierbei überwiegt bei den meisten jungen Müttern jedoch der Wunsch nach der ganz normalen, also der Spontan-Geburt. Schweizer Wissenschaftler haben nun ein Gleitgel erfolgreich erprobt und entwickelt, welches diese Art der Entbindung massgeblich erleichtern soll.

Problematiken bei der Spontangeburt

Obwohl die Spontan-Geburt die natürlichste Art der Entbindung darstellt und von den meisten Frauen bevorzugt wird, verläuft sie im wahrsten Wortsinn nicht immer reibungslos. Immerhin muss in Regel bei jeder fünften Geburt mit Saugglocke, Zange oder gar doch mit dem Kaiserschnitt nachgeholfen werden. Ein Grund hierfür ist die Tatsache, dass während der Geburt eine ungeheure Reibung zwischen dem Kind und dem Geburtskanal entsteht. Diese kann durch die natürlichen Gleitmittel wie Fruchtwasser und Käseschmiere nur bedingt reduziert werden. Kommt dann noch erschwerend hinzu, dass das Kind zu gross oder die Frau zu zierlich gebaut ist, kann die Spontan-Geburt nicht nur sehr anstrengend, sondern für Kind und Mutter auch gefährlich werden.

Die Lösung ist und war denkbar einfach

In der Tiermedizin ist der Einsatz von Gleitgel bei Geburtsvorgängen seit Langem die Regel. Es gehört zum kleinen Einmaleins eines jeden Veterinärs, bei Komplikationen von Tiergeburten wie Falschlage, spezielle Gels auf biologischer Basis zu verwenden. Diese Idee haben nun findige Ärzte aufgegriffen und entwickelten ein Gleitgel auf Wasserbasis, dass keinerlei Nebenwirkungen aufweist.

Gleitgel bei der Geburt – wie funktioniert das?

Die Spontan-Geburt teilt sich in 3 Geburtsphasen. Massgeblich für die Anwendung des Gleitgels sind die folgenden zwei: In der Eröffnungsphase erweitert sich der Gebärmutterhals und leitet so die Entbindung ein. Anschliessend folgt die für Mutter und Ungeborenes anstrengende Austreibungsphase, in der das Kind aus dem Mutterleib gepresst wird. Sobald sich der Muttermund geöffnet hat, wird das Gleitgel in den beiden Phasen in die Vagina eingeführt, um die Reibung im Geburtskanal zu halbieren. Dabei kann sich die Geburtszeit um bis zu ein Drittel verkürzen.

Weitere Vorteile beim Einsatz von Gleitgel

Da die Reibung im Geburtskanal massgeblich verringert wird, ist die Kraftanstrengung der Mutter geringer. Es muss weniger gepresst werden, da das Baby besser durch den Geburtskanal gleitet. Dadurch hat der Unterleib Zeit, sich unter Beobachtung von Ärzten, Geburtshelfern und Hebammen behutsam zu weiten. So wird das Risiko von plötzlichen Dammrissen oder von einem Dammschnitt reduziert. Durch die verminderte Anstrengung wird die Geburt für Mutter und Kind besonders sanft. Übrigens: Das einzige bisher auf dem Markt befindliche Produkt ist vollständig geprüft und sowohl für Gebärende als auch für das Neugeborene absolut ungefährlich.

Wichtig: Nur vom Arzt oder der Hebamme anwenden lassen

Schwangere, die eine Geburt mit Hilfe von Gleitgel in Erwägung ziehen, sollten dieses unbedingt vorher mit dem behandelnden Arzt oder der Hebamme beziehungsweise dem Geburtshelfer absprechen. Nur dieses Fachpersonal kann und darf das Gleitgel so anwenden, sodass es die erleichternde Wirkung richtig entfalten kann. Immerhin muss das Mittel während des Geburtsvorgangs mehrmals mit einem Applikator in die Vagina eingeführt werden – das kann man einer werdenden Mutter, oder will man dem Kindsvater nicht zumuten.

Gleitgel durchaus zu empfehlen

Aufgrund der fehlenden Nebenwirkungen und der durchweg positiven Eigenschaften, wie die Verkürzung der Geburtszeit von bis zu 30 Prozent, ist Schwangeren geraten, bei der Wahl einer Spontan-Geburt auch über den Einsatz eines Gleitgels nachzudenken. So kann die Geburt in Absprache mit behandelndem Arzt und Hebamme zwar nicht zum Kinderspiel gemacht, jedoch spürbar einfacher werden.
 
Text: Carsten von Bora

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