Allergien plagen jeden vierten Schweizer
Immer mehr Menschen reagieren auf Umweltstoffe allergisch, die prinzipiell harmlos sind. Wissenschaftler suchen nach den Gründen für die neue Volkskrankheit, die beispielsweise Haut- oder Atemwegsleiden hervorruft.
Wenn das Immunsystem rebelliert, sind immer häufiger harmlose Umweltstoffe verantwortlich. Allergien quälen heute schon jeden vierten Schweizer durch etwa Ausschläge der Haut oder Erkrankungen der Atemwege, so das Schweizerische Zentrum für Allergie, Haut und Asthma «aha!». Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass 20 Prozent der Menschen betroffen sind und die Tendenz steigt. Seit hundert Jahren werden in Genf mithilfe der gleichen Systematik Statistiken bezüglich Pollenallergien erhoben: Während es früher jeder hundertste war, ist heute schon jeder Fünfte betroffen.
Forscher arbeiten fieberhaft
Welche Allergene Leiden auslösen, ist sehr unterschiedlich. Allergietests auf der Haut wie der Pricktest oder auch Blutuntersuchungen geben Auskunft darüber. Die grössten Probleme bereiten Pollen, Milben und Katzen. Doch diese Faktoren bestanden auch schon in der Vergangenheit und Wissenschaftler suchen nach Erklärungen für die Zunahme der Allergien, die nur zum Teil genetisch veranlagt sind. Zum einen könnte grössere Hygiene in entwickelten Staaten verantwortlich sein, wobei der Körper sich heute kaum mehr gegen Parasiten wehren muss und sich andere Stoffe sucht. Zudem sind viele Räume schlecht belüftet und konstant beheizt, sie bieten eine perfekte Grundlage für Allergene. Veränderte Umweltbedingungen im Rahmen von Klimawandel und Luftverschmutzung könnten ebenso entscheidende Faktoren sein.