
Zuvorderst sind hierfür natürlich biologische Faktoren verantwortlich, doch auch soziale und kulturelle Aspekte spielen laut dem Bundesamt für Gesundheit eine wichtige Rolle. In der Schweiz liegt jedoch immer noch die Lebenserwartung von Frauen von 84 Jahren um fünf Jahre höher als die der Männer. Auch, weil sie einen anderen Lebensstil verfolgen: Es ist statistisch belegt, dass Schweizerinnen seltener Alkohol missbrauchen, weniger rauchen, deutlich seltener an Übergewicht leiden und häufiger auf gesunde Ernährung achten. Auch nehmen sie häufiger gesundheitspräventive Leistungen in Anspruch. Dennoch steigt die Sterblichkeitsrate der Frauen in bezug zu Lungenkrebs, während sie bei Männern sinkt.
Dabei gibt es Krankheiten, die nur bei einem Geschlecht oder vermehrt bei Männern oder Frauen auftauchen. Lediglich Frauen leiden unter postnatalen Depressionen, weitaus häufiger erkranken sie an Arthrose. Und laut der Krebsliga Schweiz ist der Brustkrebs in der Schweiz mit Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Pro Jahr erhalten mehr als 5.200 Frauen die Diagnose Brustkrebs, doch Früherkennung vergrössert die Heilungschancen enorm.
Auch chronisch entzündliche Erkrankungen des Darms sind bei Frauen häufiger anzutreffen. In diesem Falle wie auch bei anderen Krankheiten spielen psychosomatische Aspekte eine grosse Rolle. Das verdeutlicht auch die Tatsache, dass Psychopharmaka von Frauen deutlich mehr konsumiert werden als von Männern.