Hat mein Kind ADHS?

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Hat mein Kind ADHS?

Wenn Kinder sich auffällig verhalten, viel impulsiver sind, als andere Kinder, körperlich ständig aktiv oder unaufmerksam und verträumt, dann beginnen bei vielen Eltern die Sorgen. Oft hat man von den Symptomen gehört und man fürchtet, dass das eigene Kind an ADHS erkrankt ist. Was aber hat es mit der Krankheit überhaupt auf sich und wie kann man sie zuverlässig erkennen?

Was ist eigentlich ADHS?

ADHS ist die Kurzform des Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndroms, dass auch als hyperkinetisches Syndrom bekannt ist. Als Ursache vermutet man heute eine neurobiologischen Funktionsstörung, die eine Reizüberflutung im Gehirn verursacht. Das Kind kann die vielen Sinneseindrücke nicht verarbeiten und in wichtige oder unwichtige Informationen unterscheiden. Diese unverarbeiteten Informationen setzen das Kind unbewusst unter Stress, sodass sich die angesammelte Energie entlädt. Was wiederum die innere Unruhe und die Hyperaktivität erklärt. Neueste Schätzungen haben ergeben, dass bis zu zehn Prozent aller Kinder von ADHS betroffen sind. Die Diagnose ist nicht immer ganz einfach, denn die Symptome sind nicht immer ganz klar und können durchaus ganz andere Ursachen haben.

Symptome von ADHS

Die Symptome von ADHS machen sich meist vor dem sechsten Lebensjahr bemerkbar. Sie äussern sich vor allem dadurch, dass die Kinder ständig in Bewegung sind und scheinbar nie zur Ruhe kommen können oder wollen. Andere betroffene Kinder sind ausgesprochen unaufmerksam und schweifen mit ihren Gedanken ab. In banalen Situationen reagieren sie oft überdurchschnittlich impulsiv oder gereizt.
 
Typische Symptome sind:

  • konzentrationsschwach und leicht ablenkbar
  • hyperaktiv und/oder extrem verträumt
  • impulsive, ungesteuerte, unbeherrsche emotionale Reaktionen
  • stimmungslabil, Berg-und-Tal-Fahrt der Emotionen
  • zerstreut, chaotisch, vergisst alltägliche Dinge, schlechtes Kurzzeitgedächtnis
  • einhalten von Regeln fällt besonders schwer
  • Probleme im sozialen Verhalten
  • schlechtes Selbstwert-Gefühl oder Angststörungen
  • motorische Schwierigkeiten

ADHS feststellen lassen

Wenn sich bei den Eltern der Verdacht erhärtet, ihr Kind könnte an ADHS leiden, so sollte der erste Ansprechpartner der Kinderarzt sein. Dieser kann zumindest entscheiden, ob der Verdacht gerechtfertigt ist. Ist dies der Fall wird eine umfangreiche Untersuchung notwendig, da zahlreiche unterschiedliche Formen von ADHS existieren. Bei Schulkindern wird grundsätzlich auch ein Intelligenztest gemacht, bei dem neben der eigentlichen Bestimmung einer ADHS-Erkrankung auch Teilleistungsschwächen, wie eine Lese- und Rechtschreibschwäche, ermittelt werden. Blut- und Gehirnuntersuchungen können zeigen, ob organische Leiden, wie eine Schilddrüsen- oder Hirnerkrankung, Auslöser für ADHS sein können. Auch das Umfeld des Kindes, wie etwa zu hoher Leistungsdruck in der Schule oder gravierende Probleme im familiären Umfeld, können ADHS auslösen.

Diagnose ADHS – Was nun?

Ist erst mal die Diagnose ADHS gefallen, so können die Eltern zunächst durchatmen. Endlich die Ursache für die leidigen Symptome gefunden. Doch schon stellt die sich nächste Frage: Wie soll man ADHS behandeln? Die bekannteste aber auch umstrittenste Methode ist die Gabe von Ritalin, ein Medikament das die Gehirnfunktion beeinflusst. Einige Psychologen, Pädagogen und auch Homöopathen sprechen sich unterdessen für erfolgreiche alternative Therapien aus. Eines ist jedenfalls sicher, für ein «normales» Leben müssen Eltern fortan ein gewisses Fingerspitzengefühl und viel Geduld beweisen. Keinesfalls sollten sie ihrem Kind das Gefühl geben, es sei krank. Eltern die an ihr Kind glauben, ihm klare und sichere Familienstrukturen bieten und den Alltag nicht von ADHS bestimmen lassen, werden viel erreichen.

ADHS hat auch gute Seiten

Nicht jedes Kind, das sehr aktiv, unaufmerksam oder impulsiv ist, muss gleich unter ADHS leiden. Lautet die Diagnose tatsächlich ADHS, so sollten Eltern wissen, dass es auch positive Seiten gibt. Durch ihre ADHS-Erkrankung sind Kinder oft mit besonderen Eigenschaften ausgestattet, die bei anderen Kindern selten derart ausgeprägt vorkommen. Sie sind beispielsweise besonders charmant, meist fröhlich, sprudeln nur so vor Ideen und kreativen Einfällen und haben eine lebhafte Fantasie. ADHS-Kinder sind zudem oft sehr fürsorglich, grossherzig und sensibel.
 
Text: Daniel D. Eppe