
Gerade Kinder leiden schwer unter allergischen Erkrankungen – wollen sie doch mehr als alles andere draussen herumtoben, alles anschauen, anfassen und essen, was ihnen schmeckt. Um Sicherheit zu erlangen, hilft hier nur ein präziser Allergietest. Um den kindlichen Organismus nicht zu stark zu belasten, greifen Mediziner meist auf Bluttests zurück, bei denen das Vorhandensein der auslösenden Gene, sogenannter IgE-Antikörper überprüft wird. Bei Erwachsenen wird überwiegend mit Allergienextrakten gearbeitet. Diese werden dem Körper zugeführt, danach wartet man auf eine Reaktion. Ist der «Übeltäter» erst einmal bestimmt, fällt es leichter, diesem aus dem Weg zu gehen.
Für Pollenallergiker bedeutet das natürlich nicht, dass sie ihr Haus nicht mehr verlassen sollen. Ausgedehnte Wanderungen oder Radtouren durch die Natur sind allerdings tabu, kurze Spaziergänge müssen reichen. Wichtig ist auch, die Allergie-Erreger nicht in die eigenen vier Wände zu bringen. Kleidung sollte also nach Ausflügen kräftig ausgeschüttelt werden, häufiges Duschen entfernt Pollen von Haut und Haar. Antiallergika und Lutschtabletten verschaffen je nach Typ mehr oder weniger Linderung, lösen das Problem an sich aber nicht. Mehrwöchige Spritzenkuren zur Hyposensibilisierung können das Immunsystem gegen die Allergiestoffe in gewissem Masse tolerant machen. Erholsam sind Aufenthalte am Meer oder in den Bergen – in diesem Klima kann die gebeutelte Immunabwehr sich zumindest vorübergehend regenerieren.
Bei Lebensmittelallergien hilft nur die konsequente Vermeidung der «gefährlichen» Nahrungsmittel. Milchallergiker können sich alternativ gut mit Sojaprodukten versorgen, viele Lebensmittel gibt es auch schon glutenfrei (also ohne das allergiefreudige Klebereiweiss). Wer an sich allergietypische Reaktionen feststellt, sollte keinesfalls zu lange damit warten, seinen Verdacht dem Hausarzt mitzuteilen. Auch wenn dieser alle Zweifel zerstreut, war der Gang schliesslich nicht umsonst. Naturheiler und Heilpraktiker sind ebenso kompetente Ansprechpartner und können alternative Behandlungswege aufzeigen.
Text: Claudia Eichhorn