
Pharmahersteller unterliegen der Pflicht, all ihre Erzeugnisse mit einem Verfallsdatum zu versehen. Für den Verbraucher scheint dies auf den ersten Blick eine nützliche Hilfe. Schliesslich weiss er so ganz genau, wie lange er seine Medikamente verwenden kann. Leider ist dies ein Irrglaube, denn es spielen noch andere Faktoren eine wesentliche Rolle. Beispielsweise gelten die Verfallsdaten generell nur für verschlossene Medikamente. Angebrochene Präparate halten oft nur kurze Zeit. Auch die Lagerung der Medikamente muss stimmen.
Flüssige Medikamente wie Nasentropfen oder Sprays können nach der ersten Benutzung rasch zu einem Tummelplatz für zahlreiche Bakterien werden. Aus diesem Grund dürfen solche Präparate nach der Erstbenutzung nur noch kurze Zeit – grundsätzlich nicht länger als sechs Wochen - verwendet werden. Das Verfallsdatum hat dann keine Aussagekraft mehr. Zudem ist es auch sinnvoll, derartige Sprays und Tropfen mit keinen anderen Familienmitgliedern zu teilen. Die Ansteckungsgefahr über das Medikament für Erkältung und Schnupfen stellt ein deutlich höheres Risiko dar als man gemeinhin annimmt.
Auch Augentropfen können durch Bakterienbefall unbrauchbar werden. Da vor allem erkrankte oder entzündete Augen kaum Potential haben, den Bakterien entgegen zu treten, können ernsthafte Infektionen die Folge sein. Daher sollten Augentropfen grundsätzlich nicht länger als vier Wochen verwendet werden.
Wer nur gelegentlich Augentropfen verwenden muss, sollte auf sogenannte Einzeldosen zurückgreifen. Die entsprechende Menge an Tropfenflüssigkeit ist dann für jede Anwendung einzeln abgepackt und garantiert steril.
In der Apotheke kann man für verschiedene Zwecke frisch hergestellte Cremes, Salben oder Gele bekommen. Diese sind allerdings nur von kurzer Haltbarkeit, sie altern bereits stark ab dem Moment der Abfüllung. Das Verfallsdatum, das der Apotheker auf der Verpackung notiert, ist daher unbedingt zu beachten.
Trockensäfte – ein Pulver, dass zuhause mit Wasser vermischt wird – sind nur wenige Tage haltbar. Solche Medikamente werden bewusst nicht in flüssiger Form verkauft, da sie sehr schnell ihre Wirkung verlieren. Ein solcher Trockensaft muss innerhalb weniger Tage verbraucht werden.
Medikamente können in so mancher Lebenssituation Linderung schaffen, allerdings nur, wenn sie ihre Wirkung noch nicht verloren bzw. Bakterienbefall sie unbrauchbar gemacht hat. Im Zweifel sollte man sich lieber um neue Präparate bemühen als fragwürdige Produkte zu verwenden.
Text: Daniel D. Eppe