
Lange Zeit dachte man, das Ungleichgewicht zwischen den Hormonen Progesteron und Östrogene wären schuld an PMS. Untersuchungen zeigten allerdings, dass der Hormonspiegel der betroffenen Frauen völlig normal war. Mittlerweile zeigt die Forschung, dass das Zusammenwirken mehrerer Faktoren die Krankheit auslöst. So zeigen Forschungsergebnisse, dass z.B. Stress, Schlafstörungen, Schilddrüsenfehlfunktionen, Umweltgifte oder geringe körperliche Bewegung und falsche Ernährung PMS auslösen können. Die Beschwerden treten in der Zeit zwischen dem Eisprung und dem Einsetzen der Menstruationsblutung auf. Mit Beginn der Regel klingen die Beschwerden meistens nach einigen Stunden ab.
Je nach Schwere von PMS wird man sich als Frau mit Sicherheit rasche Abhilfe oder zumindest Linderung der Beschwerden wünschen. Das emotionale Wohlbefinden sollte dabei an erster Stelle stehen. Sich persönlich etwas Gutes tun, sollte bewusst praktiziert werden. Man kann dabei bereits mit geringem finanziellem Aufwand für entspannende Momente sorgen z.B. mit einem heissen Vollbad oder einem Saunabesuch. Oder man gönnt sich einmal ein richtiges Wohlfühl-Verwöhn-Programm mit Massagen, Gesichts- oder Körperbehandlungen. Bei leichteren Formen der Krankheit können homöopathische Mittel gute Wirkung zeigen oder man greift zu etwas stärkeren Schmerzmitteln. Hierbei sollte man jedoch vorsichtig vorgehen und zuvor den Arzt konsultieren. Ein sehr wirksames «Antidepressivum» ist jedoch auch Sport wie z.B. Joggen, Radfahren, Schwimmen oder andere Lieblingssportarten. Auch eine langfristige Ernährungsumstellung soll wahre Wunder wirken. Doch nicht immer wirkt diese Selbsthilfe.
15% aller Frauen leiden an einer starken Form von PMS und sind dadurch im Alltag stark eingeschränkt. Besonders wenn sich Depressionen breit machen, wirken sich diese oft negativ auf die Familie und den Beruf aus und können sogar beziehungszerstörend wirken. In so einem Fall sollte man unbedingt ärztliche Hilfe aufsuchen. Hormonelle Ovulationshemmer, z.B. die Anti-Baby-Pille oder Hormonpflaster lindern bei vielen Frauen auch die Beschwerden wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen. Nützt dies alles nichts, werden vom Arzt meistens Antidepressiva verschrieben.
PMS ist seit einiger Zeit als Krankheit anerkannt und keine harmlose, eingebildete «Scheinkrankheit». Wichtig und hilfreich für die Frau ist, dass sie selbst diese Beschwerden nicht als harmlos abtut, aber auch dass allen voran der Partner und die Familie Rücksicht und Verständnis für die Probleme zeigen. Die Beschwerden von PMS können bis zu einem bestimmten Grad bekämpft werden, sodass die «Zeit vor der Zeit» erträglicher wird.
Text: Tina Voss