
Wir öffnen den Wasserhahn und erwarten einwandfreie Trinkwasserqualität. Das ist ausgesprochen wichtig, denn durchschnittlich verbrauchen wir täglich rund 5 Liter des nassen Guts zum Trinken und Kochen. Die Wasserversorger arbeiten ständig daran, dass dieser hohe Standard gehalten werden kann. Dennoch kann es passieren, dass das Wasser, das wir zapfen, nicht einwandfrei ist. Die Gründe liegen hier allerdings nicht bei den Wasserversorgern, sondern oft im privaten Leitungssystem. Hier lauern Gefahren wie Schwermetallbelastungen.
Eine Gefahr lauert, wenn Wasser zu lange in der Leitung steht. In diesem stehenden Wasser können sich mitunter Schadstoffe ansammeln. Vor allem das in der Hausinstallation zumeist verwendete Kupfer kann zum Problem werden. Zwar ist Kupfer ein lebensnotwendiges Spurenelement, in zu hohen Dosen kann es aber schädlich auf unseren Organismus wirken.
Vor allem bei Säuglingen und kleinen Kindern kann zu viel Kupfer Leberschäden hervorrufen.
Wasser mit einem naturbedingt hohen Säuregehalt löst besonders gut die Kupferelemente. In einigen Gebieten, in denen das Trinkwasser besonders säurehaltig ist, ist daher die Verwendung anderer Metalle zu empfehlen.
Neben den Rohrleitungen können auch die Wasserhähne selbst Gefahr in sich bergen. Vor allem minderwertige verchromte Armaturen können dazu neigen, Nickel in zu lange stehendes Trinkwasser abzugeben. Zudem wird durch das lang stehende Wasser ein Milieu geschaffen, das Keime verschiedener Art zur Vermehrung lieben.
Wasser mit zu hoher Nickelbelastung kann bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. In schwereren Fällen kann Nickel zu ernsthaften Darmbeschwerden oder schlimmstenfalls zu Hirnschäden führen.
Abhilfe lässt sich durch die Installation von Armaturen schaffen, die nur äusserlich verchromt sind, das Wasser selbst also keine Chance hat, Nickel zu lösen.
Blei zählt zu den giftigsten Metallen überhaupt. Obwohl diese Erkenntnis schon lange besteht, wurde noch bis 1973 vor allem in der ehemaligen DDR dieses Metall als Grundstoff für Trinkwasser-Leitungssysteme verwendet.
Das durch die Leitung strömende Wasser löst ständig Blei aus den Leitungen heraus, das sich dann in unseren Knochen einlagert und langfristig schwere Nervenschäden hervorrufen kann. Kinder sind besonders gefährdet, da sich bei ihnen das Blei zusätzlich im Gehirn ablagern kann. Im Interesse der eigenen Gesundheit sollten also noch vorhandene Bleileitungen umgehend ersetzt werden.
Die angesprochenen Gefahren, die durch Kupferrohrleitungen und Armaturen entstehen können, sind grundsätzlich minimal. Durch den täglichen Wasserfluss lösen sich nur minimalste Bestandteile der Metalle im Wasser. Bleirohre bergen hingegen eine wirkliche Gefahr und sollten umgehend ausgetauscht werden. Sollte Trinkwasser, beispielsweise während einer Urlaubsreise, längere Zeit in der Leitung stehen, so sollten vor dem Genuss erst einige Liter das abgestandene Wasser aus der Leitung heraus spülen.
Text: Daniel D. Eppe