

Der Biss einer Zecke als solcher ist an sich ungefährlich. Allerdings können beim Zeckenbiss auch Speichel und damit auch Krankheitserreger in den menschlichen Körper gelangen. Grundsätzlich handelt es sich dabei um die beiden Krankheiten Borreliose und FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis), eine Form der Hirnhautentzündung.
Die Gefahr, an einer Borreliose-Infektion zu erkranken, ist recht hoch, denn rund jede 5. Zecke trägt diese Bakterien in sich. (Selten wird Borreliose auch durch Stechmücken und Bremsen übertragen.) Erstes Anzeichen für eine Erkrankung an Borreliose ist eine Rötung der Einstichstelle, die sich kreisförmig ausdehnt – mitunter erst bis zu 16 Wochen nach dem Zeckenbiss. In weiterer Folge treten grippeähnliche Symptome auf. Wird Borreliose nicht behandelt, folgen später chronische Erkrankungen der Haut, Gelenke, Nerven und letztendlich der inneren Organe (bis zur Herzmuskelentzündung). Die Beachtung und Erkennung der verschiedenen Symptome ist besonders wichtig, weil gegen Borreliose kein vorsorglicher Impfstoff besteht.
FSME wird über einen Virus übertragen, den vergleichsweise wenig Zecken bei sich tragen. Zudem ist dieser Virus nicht in allen Landstrichen vertreten. Eine Erkrankung an FSME erfolgt schon kurz nach dem Zeckenbiss, die Symptome sind dabei nicht immer gleich. Oft entsteht eine Art «Sommergrippe», einige Betroffene hingegen reagieren auch mit hohem Fieber, sehr starken Kopfschmerzen und heftigem Erbrechen. Typisch ist auch ein Ziehen im Nacken. Eine Hirnhautentzündung, die durch einen Zeckenbiss verursacht wurde, heilt in der Regel wieder gut ab, muss allerdings in jedem Fall vom Arzt behandelt werden, da auch das Gehirn selbst sich in Folge entzünden kann und dann Lebensgefahr besteht. Eine Vorsorge-Impfung ist der einzige sichere Schutz vor FSME.
Unbedingt zum Arzt sollte man wenn
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Zecken sich auf Bäumen aufhalten. Tatsächlich findet man sie in Bodennähe im hohen Gras, niedrigen Sträuchern oder Unterholz. Wer also lange Ärmel und Hosen trägt, gibt den Zecken wenig Chance, direkt an die Haut zu gelangen. (Tipp: Socken ÜBER die Hosen ziehen –auf heller Kleidung sind Zecken besser sichtbar) Auch das Auftragen von Insektenschutz wirkt abschreckend. Jedem Ausflug sollte eine genaue Untersuchung des Körpers folgen, um unbemerkte Zeckenbisse feststellen zu können. (Beliebte Stellen sind warme und verschwitzte Körperteile wie Nacken, Achsel oder Kniekehle.) Wer oft in der Natur unterwegs ist und in einem Gefahrengebiet lebt, sollte eine Zecken-Schutz-Impfung in Betracht ziehen.
Vom Frühjahr (März) bis in den Spätherbst hinein besteht die Gefahr, von einer Zecke «erwischt» zu werden. Lange Bekleidung und Insektenmittel bieten einen recht guten Schutz vor Zeckenbissen, aber wenn es dennoch passiert, kann schnelles Handeln und aufmerksames Beobachten die schlimmsten Folgen verhindern. Für Gefahrengebiete bleibt eine Zecken-Schutz-Impfung allerdings der sicherste Weg, um zumindest FSME vorzubeugen.
Text: Daniel D. Eppe