
Diabetes kann in jedem Kindesalter auftauchen, am häufigsten tut es das jedoch ab dem 5. Lebensjahr und zu Pubertätsbeginn. Anzeichen für Diabetes mellitus Typ 1 sind ungewöhnlich grosser Durst, häufiger Harndrang und die Ausscheidung von grossen Mengen Urin (stört auch die nächtliche Nachtruhe des Kindes), die auch zu Bettnässen führen kann. Weitere Symptome für Diabetes sind u.a. Gereiztheit, Müdigkeit, eine schlechtere Sehleistung, Gewichtsverlust trotz normalem oder sogar gesteigertem Essverhalten, Konzentrationsschwäche und körperlicher Leistungsabfall.
Unbehandelte oder nicht konsequent und nicht richtig behandelte Diabetes kann zu neurologischen Schäden, Nierenfunktionsstörungen bis hin zu einem Hirnödem, Koma und zum Tod führen. Ebenso besteht die Gefahr der Schädigung der Blutgefässe, was u.a. auch eine Sehschädigung und – später - Arteriosklerose zur Folge haben kann.
Das fehlende oder mangelnde Vorhandensein des lebenswichtigen Hormones Insulin löst diese gefährliche Zuckerkrankheit aus. Insulin sorgt nämlich dafür, dass zu sich genommener Zucker vom Blut in die Muskel- und Hautzellen, etc. aufgenommen wird. Produziert der Körper zu wenig Insulin, dann bleibt der Zucker im Blut (erhöhter Blutzuckerspiegel) und wird über den Urin ausgeschieden. Grund könnte eine erbliche Vorbelastung, Infektionen, Immundefekte oder auch Stress sein, meinen die Experten.
Ist die Zuckerkrankheit beim Kind erstmal diagnostiziert (anhand von Blut- und Urinproben), ist die umfangreiche Aufklärung der Eltern unter Einbeziehung des Kindes überaus wichtig. Einer genauen Untersuchung und Infusionsbehandlung im Krankenhaus folgt der Beginn einer Insulintherapie, die zuhause fortgesetzt werden muss. Ab nun werden (mehrmals) tägliche Insulininjektionen unter die Haut notwendig sein, die das Kind sich auch selbst verabreichen können sollte. Schliesslich stehen die Eltern ja durch Schule und Schulausflüge nicht durchgehend zur Verfügung. Eine konsequente Insulinbehandlung und regelmässige Insulinkontrollen sind unumgänglich, um dem Kind ein normales Leben zu ermöglichen. Studien zufolge wirkt sich auch körperliche Betätigung (Sport) positiv auf die Diabetes-Erkrankung aus. Zu beachten ist allerdings, dass dann meist die Insulinmenge verringert werden muss, da der Körper dann erfreulicherweise weniger Insulin benötigt. Ebenso muss die Insulindosis überhaupt an die verschiedenen Lebenssituationen angepasst werden (z.B. Krankheit, Reisen, verändertes Essverhalten).
Hat sich das Kind erstmal an die Situation des Insulinspritzens gewöhnt, ist sein Alltag wie ein ganz normaler Kinderalltag auch. Wichtig ist allerdings, dass das Kind die Symptome von zu hohem oder zu niedrigem Blutzucker kennt und weiss, wie es darauf reagieren muss. Für den Fall der Unterzuckerung (Symptome wie z.B. Blässe, Zittrigkeit, Schwitzen, Unaufmerksamkeit, Müdigkeit, Aggressivität) sollte das Kind immer Traubenzucker mit sich führen. Auch kann ein Viertelliter Cola oder Fruchtsaft (beides nicht «light») verabreicht werden. Bei einer Überzuckerung (ausgelöst z.B. durch zu geringe Insulindosis, Krankheit oder hohe Kohlehydratmenge) entsteht Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, grosser Durst und Harndrang. Hier besteht kein akuter Handlungsbedarf, jedoch sollte man generell Überzuckerungen vermeiden, um sich nicht langfristig körperlich zu schaden (Nieren-, Nerven-, Netzhaut-, Blutgefässe-Schäden).
Die Lehrer sollten von den Eltern über die Diabeteserkrankung des Kindes informiert werden. Kindern mit Diabetes sollte natürlich der regelmässige Toilettengang, die Nahrungsaufnahme und erforderliche Blutzuckermessungen immer gestattet werden. Feinfühlige Pädagogen nehmen – in erforderlichem Masse - auch auf allfällige Konzentrations- und Leistungsschwächen während Prüfungen Rücksicht. Sie sollten es damit aber auch nicht übertreiben, um dem Kind nicht zu viele Vorteile durch ihre Krankheit zuzugestehen, die sie später im Berufsleben automatisch (aber vergeblich) erwarten könnten.
Text: Manou Rade