
Ist der Sprössling in Not, haben viele Eltern Angst, etwas Falsches zu machen. Das Falscheste jedoch, das man machen kann, ist gar nichts zu tun. Hat man nach einem schweren Unfall den Notarzt verständigt, vergehen meistens gut 15 Minuten. Gut, wenn Mama und Papa wissen, was sie für ihr Kind in dieser Wartezeit tun können. Meistens lernen die Eltern im Laufe der Zeit durch Erfahrung, was in bestimmten Notsituationen zu tun ist. Ist einem das zu wenig, wäre es ratsam, als Elternpaar gemeinsam einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder zu besuchen.
Das eigene Heim birgt für das Baby oder Kleinkind eine Menge an Gefahrenquellen und genau hier passieren auch die meisten Unfälle. Der häufigste Unfall bei Babys ist der Sturz vom Wickeltisch. Hier wird oftmals die Wendigkeit des Kleinen völlig unterschätzt. Eine Gehirnerschütterung kenn hier die Folge sein. Weitere häufige Unfallgründe bei heranwachsenden Kindern sind Verbrennungen, Vergiftungen, Verschlucken von Gegenständen, Stürze oder Ertrinken. Auch Nasenbluten zählt zu sehr häufigen Verletzungen oder Krankheiten, die schnelles Handeln der Eltern erforderlich macht. Doch was tun, wenn mein Kind von den eben erwähnten Unfällen betroffen ist? Anschliessend einige Tipps zu den häufigsten Unfallursachen.
Bei Verbrennungen ist die erste Hilfe in den ersten Minuten von tragender Bedeutung! Dabei ist die Kühlung am wichtigsten. Kleine Brandwunden sollten sofort mit Wasser gekühlt werden. Bei grossflächigen Verbrennungen sollte man das Kind, am besten angezogen, unter die kalte Dusche stellen. Die Kühlung sollte 45 Minuten lang andauern. Dabei ist jedoch wichtig darauf zu achten, dass das Kind nicht auskühlt. Es reicht, die verbrannte Stelle durch lauwarmes Wasser zu kühlen um das so genannte «Nachbrennen» zu verhindern. Auf die Wunde sollte keine Salbe, Puder oder irgendwelche Hausmittelchen auftragen werden. Sterile Tupfer oder Folien reichen. Ansonsten muss diese vom behandelnden Arzt schmerzhaft entfernt werden. Bei geringstem Verdacht auf 2- oder 3-gradige Verbrennungen sollte sofort der Arzt verständigt werden!
Die häufigsten Arten der Vergiftungen von Kindern ist die mit Seife, Duschgel, Putzmittel, Medikamente, Tabak oder Giftpflanzen. Hat das Kind nur ein bisschen Seife geschluckt, reicht es oftmals schon, den Mund auszuwischen. Hat ein Kind jedoch Putzmittel oder anderes geschluckt, sofort die Giftnotrufzentrale anrufen! Keinesfalls sollten Sie dem Kind den Finger in den Hals stecken, Milch oder Salzwasser geben. Giftige Gegenstände oder Pflanzen haben generell nichts in Reichweite der Kinder verloren!
Kinder lieben es, Gegenstände in den Mund zu nehmen. Kleine Gegenstände sind dabei besonders gefährlich, da durch ein Verschlucken akute Erstickungsgefahr droht. Was tun? Rufen Sie sofort den Notarzt. In der Wartezeit sollte man das Kind auf den Bauch in Kopftieflage entweder über das Knie oder über einen Stuhl legen. Mit einigen Schlägen zwischen die Schulterblätter müsste der verschluckte Gegenstand wieder losgerüttelt werden können.
Wenn das geliebte Kind verunglückt, bedeutet das für die Eltern momentan: Schock. Doch gerade in diesen Situationen ist es wichtig, als Elternteil einen kühlen Kopf zu bewahren und durch rasche Hilfe versuchen, das Schlimmste abzuwenden. Die meisten Unfälle können jedoch vermieden werden, wenn die verschieden Gefahrenquellen von Haus aus minimiert werden.
Text: Tina Voss