Kinder und das Christkind

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Kinder und das Christkind

«Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder» heisst es in der alten Sage von Wilhelm Hey. Heute verstehen vor allem die Kinder darunter einen Anlass, zu dem sie reich beschenkt werden. Was aber hat es mit dem Christkind auf sich und wie lange sollte dieses zu den Kindern kommen?

Der grosse Irrtum mit dem Weihnachtsmann

Das Christkind, das alljährlich am 24. Dezember vom Himmel herniedersteigen soll, bezieht sich auf die Geburt von Jesus Christus. Obwohl das Weihnachtsfest seit jeher unter diesem Aspekt gefeiert wird, hat sich die Bezeichnung «Weihnachtsmann» immer mehr etabliert. Dabei gibt es einen Weihnachtsmann gar nicht. Bei ihm handelt es sich lediglich um eine kommerzielle Erfindung eines weltweit bekannten Limonade-Herstellers. Mit viel Fantasie könnte man den Nikolaus, der die Kinder am 6. Dezember besucht, als Weihnachtsmann bezeichnen, wobei der im ursprünglichen Sinn aber auch keinen roten Mantel und weissen Rauschebart besitzt.

Und wer ist das Christkind?

Das Christkind wird immer wieder mit Jesus Christus gleichgestellt, allerdings stimmt das so nicht. Zwar kommt das Christkind am Geburtstag von Jesus Christus zu den Kindern, allerdings in Form von einem Engel. Die Bezeichnung «Christkind» hat sich wahrscheinlich durch frühe Krippenspiele etabliert. Schon vor vielen hundert Jahren wurden derartige Spiele veranstaltet, bei dem «Christkinder» dem Jesus Christus Geschenke brachten. Aus dieser Tradition hat sich die Bezeichnung «Christkind» bis heute gehalten.

Weihnachten und Christkind heute

Das Weihnachtsfest und damit auch das Christkind wird heute vielfach nur noch als grosses Geschäft angesehen. Falsch ist diese Ansicht gewiss nicht. Wurden früher die Kinder mit Kleinigkeiten wie Obst oder Nüssen beschenkt, so müssen es heute doch in der Regel grössere Geschenke sein. Nicht selten liegen Handy oder Spielkonsole unter dem Weihnachtsbaum. In Zeiten, in denen Tradition und Glaube eine immer kleinere Rolle spielen, wissen viele Kinder und auch deren Eltern eigentlich gar nicht mehr, warum wirklich Weihnachten gefeiert wird. Für viele ist es einfach eine «heimelige» Jahreszeit, an der man sich nun einmal reich beschenkt.

Kinder und das Christkind

Früher, als die Geschenke noch nicht das Hauptargument für das Weihnachtsfest waren, liessen sich Kinder von diesem Anlass noch verzaubern. Fantasievoll und geheimnisvoll ging es zu, wenn der Wohnraum plötzlich verschlossen war und erst am Heiligen Abend wieder geöffnet wurde. Ein strahlender Weihnachtsbaum und zahlreiche Kerzenlichter konnten gerade die Kinder verzaubern. Viele Geschichten und Erzählungen waren es, die das Weihnachtsfest für die Kinder unvergesslich machten. Das Christkind, das eher «kleine» Geschenke brachte, galt noch als etwas Besonderes.

Wie lange glauben Kinder noch an das Christkind?

Die Geschichte vom Christkind gibt es natürlich auch heute noch. Viele Eltern besinnen sich zur Weihnachtszeit auf ihre eigenen Erlebnisse und besitzen die Fähigkeit, auch ihre Kinder zu verzaubern. Auch wenn es heute weniger um die Tradition geht, festlich und einzigartig kann das Weihnachtsfest mit dem Christkind auch heute noch sein. Die Frage, wie lange das Christkind eigentlich kommen soll, erledigt sich fast immer von selbst. Irgendwann schnappen die Kinder auf, dass es kein Christkind gibt und die Geschenke eigentlich von den Eltern oder der Familie kommen. Nun ist auch der Zeitpunkt gekommen, den Kindern reinen Wein einzuschenken und sie darüber aufzuklären, warum das Christkind nicht wirklich kommt. Wer es nun versteht, etwas Feingefühl an den Tag zu legen, wird den Kindern auch nach der kleinen «Beichte» noch ein unvergessliches Weihnachtsfest bereiten können.

Fazit

Auch wenn das Christkind vielleicht nicht mehr ganz «zeitgemäss» ist, für unvergessliche Weihnachtstage sorgt es bei den Jüngsten immer noch. Der Moment der «Aufklärung» kommt von allein und meist recht früh, daher sollte man seinen Nachwuchs ruhig die ersten Jahre an das Christkind glauben lassen.
 
Text: Daniel D. Eppe-



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