Soll ich mein Kind impfen?

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Soll ich mein Kind impfen?

Die Geburt des ersten Kindes ist besonders aufregend für eine kleine Familie. Gerade bei Säuglingen sind die Eltern besonders um deren Gesundheit besorgt. Neben den ersten Regeluntersuchungen beim Kinderarzt steht jetzt die Frage im Raum, ob man sein Kind impfen lassen soll – und wenn ja: in welchem Umfang?

Kein Impfzwang, aber Impfempfehlungen

Das Bundesamt für Gesundheit (BGA) empfielt eine Basisimpfung von Säuglingen und Kindern gegen: Diphtherie, Tetanus (Starrkrampf), Polio (Kinderlähmung) als Minimalprogramm, sowie weiters Keuchhusten, invasive Infektionen durch Haemophilus influenzae Typ b,  Masern, Mumps und Röteln. In der Schweiz besteht aber, wie in den meisten europäischen Ländern, kein Impfzwang. Es liegt also allein an den Eltern, ob und wie ihr Kind geimpft wird. Bei dieser Entscheidung spielt die Angst vor möglichen Nebenwirkungen oder gar ernsten Komplikationen eine grosse Rolle.

Pro und Contra: Nebenwirkungen einer Impfung

Trotz dem Rat des BGA, seinen Nachwuchs in jedem Fall gegen die wichtigsten Kinderkrankheiten impfen zu lassen, fürchten Eltern diesen ersten, massiven Eingriff in den Organismus ihres Kindes. Immerhin wird das Kind mit den manipulierten, also abgeschwächten Erregern, der entsprechenden Krankheit vorsätzlich angesteckt. Der Körper bildet daraufhin die Antikörper, die ihn vor einer Infektion schützen. Deshalb können Impfungen auch Nebenwirkungen auslösen. Die meisten Impfreaktionen zeigen sich jedoch in fast allen Fällen nur in Form von erhöhter Temperatur und einer schnell vorübergehenden Rötung und Schwellung der Einstichstelle. Aufgrund von Zusatzstoffen und Herstellungs-verfahren der Impfstoffe kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Dies ist nur bei einem von 100.000 Kindern der Fall, und noch zehn Mal seltener sind ernsthafte Komplikationen oder gar bleibende Impfschäden.
 
Tipp: Spagyrik oder Homöopathie als Impfbegleitung. Die Naturheilprodukte können helfen, dass Impfreaktionen milder verlaufen, oder gar nicht erst aufkommen.

Pro und Contra: Natürliche Erkrankung

Gerade bei den Kinderkrankheiten Masern, Mumps und Röteln argumentieren die Impfkritiker immer wieder mit der körpereigenen Immunisierung, die um einiges wirksamer vor Neuinfektionen schützt, und auch dass Kinder diese Erkrankungen in der Regel gut verkraften. Bei Erwachsenen ist allerdings erhöhte Vorsicht angeraten. So gefährden beispielsweise die Erreger von Röteln insbesondere Schwangere und das Ungeborene im Mutterleib. Unterschätzt werden auch die für Kinder harmlosen Mumps- oder Masern-Erreger. Sie greifen nicht selten, wenn man im Erwachsenenalter durch sie erkrankt, innere Organe an und können lebensgefährliche Hirnhaut- oder Lungenentzündungen hervorrufen.
 
Übrigens: In der Schweiz erkranken jährlich circa 340 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, der auf eine Infektion mit gefährlichen HP-Viren zurückzuführen ist. Deshalb ist es wichtig, gerade junge Mädchen zwischen neun und elf Jahren einer HPV-Impfung zu unterziehen.

Impfen schützt

Wenn man die Zahl der möglichen Nebenwirkungen bei Impfungen mit den wesentlich häufiger auftretenden und schwerwiegenden Komplikationen bei Krankheitsinfektionen vergleicht, sollte es Eltern ein Leichtes sein, sich für eine Impfung zu entscheiden. Je mehr Kinder und Erwachsene die vom Arzt empfohlenen Impfungen über sich ergehen lassen, desto weniger Krankheitsfälle und somit Ansteckungsmöglichkeiten gibt es. Deshalb schützt impfen nicht nur das eigene Kind vor Infektionen, sondern auch andere und letzendlich sich selbst.

Weit verbreiterter Irrtum – der dauerhafte Schutz

Impfungen bieten nur einen zeitlich begrenzten Schutz. Deshalb empfiehlt das BGA neben den ersten Regelimpfungen für Kinder eine regelmässige Impfauffrischung nach höchstens zehn Jahren und zwar für jedes Alter. Hilfreich ist hier das Impfbüchlein, dass von der allerersten Impfung im Säuglingsalter, bis hin zu Nachimpfungen im Seniorenalter das Impfverhalten eines jeden dokumentiert. So hat man immer im Auge, wann welche Impfung aufgefrischt werden sollte.

Die erste Adresse in Impffragen: Der Arzt des Vertrauens

In Zeiten immer grösserer Informationsmengen, die durch die Medien in immer kürzeren Abständen verbreitet werden, können Eltern schnell den Überblick verlieren. Das gilt gerade für die Entscheidungen rund um das Thema «Impfschutz». Deshalb ist man gut beraten, sich mit anderen Eltern über deren Erfahrungen auszutauschen und grundsätzlich auch einen Arzt des Vertrauens hinzuzuziehen.
 
Text: Carsten von Bora