

Für Kleinkinder gibt es zwei geeignete Transportsmittel, wenn sie mit Papi und Mami auf Velotour gehen. Zum einen können Kids im Kindersitz direkt am Velo befestigt mitfahren, zum anderen im Velonhänger. Vor- und Nachteile bieten beide Möglichkeiten gleichermassen. Deshalb sollte man sich vor Beginn der Fahrt über die Länge der Fahrstrecke im Klaren sein. So eignet sich der Kindersitz vor allem für kurze Strecken oder für die Stadtfahrt. Für längere Ausflüge dagegen ist der Veloanhänger besser geeignet. Wettergeschützt können hier je nach Ausführung bis zu zwei Kinder Platz nehmen.
Beim Veloanhänger sollte man auf jeden Fall auf die Nutzlast, eine stabile Bauweise, die innere Ausstattung sowie auf die Beleuchtung achten. Ausserdem darf das zulässige Gesamtgewicht – maximal 40 Kilogramm bei einem ungebremsten Anhänger, höchstens 80 Kilogramm bei einem Wagen mit eigener Bremse – nicht überschritten werden. Auch für die Grösse gibt es geltende Regeln: zwei Meter lang, einen Meter breit und 1,40 Meter hoch lauten hier die Höchstmasse. Ein festes Gestell, ein Überrollbügel, der was aushält, und einen Wetterschutz als Aufbau mit genügend Kopffreiheit, sind selbstverständlich. Und mit Radabdeckungen lässt sich vermeiden, dass die Kinder in die Speichen fassen.
Besonders wichtig ist die Beleuchtung des Veloanhängers: vorn zwei weisse Rückstrahler, hinten zwei, die rot leuchten. Seitlich sorgen gelbe Rückstrahler oder Reflexmaterial an den Reifenflanken für Auffälligkeiten bei schlechten Sichtverhältnissen. Sofern das Velorücklicht verdeckt wird muss nachts zusätzlich eine batteriegespeiste Schlussleuchte am Veloanhänger angebracht werden.
Auch bei einem Velo-Kindersitz gibt es einiges zu beachten. Er sollte ebenso wie der Anhänger über ein Prüfsiegel verfügen, der Grösse des Kindes entsprechen, über Sicherheitsgurte verfügen, in der Höhe verstellbare Halterungen und Gurte für die Füsse sowie eine Lehne als Kopfstütze haben.
Was nützt es, wenn man die Kinder sicher und gut platziert, selbst aber mit einem alten, ja vielleicht sogar verrosteten Velo vorlieb nimmt. Einerseits muss das Velo selbstverständlich den Anforderungen des Strassenverkehrs genügen, andererseits ist ein stabiler Rahmen von nöten. Darauf ist speziell bei Damenvelos zu achten. Eine elementare Aufgabe übernehmen die Bremsen. Durch das grössere Gewicht ist auch der Bremsweg länger, weshalb die Bremsen rasch wirken und auch bei Nässe optimal funktionieren müssen. Darüber hinaus sind eine intakte Beleuchtung, gute Reifen, rostfreie Speichen, feste Kettenglieder und ein Reparatur-Set selbstverständlich. Eine gute Schaltung ermöglicht ein sicheres Anfahren ohne gefährliche Schwenker. Empfehlenswert ist auch ein Rückspiegel, mit dem man die Kinder stets im Blick hat.
Über eines sollte man sich im Klaren sein: Mit Kindersitz oder Anhänger verändert sich nicht nur die Stabilität und der Schwerpunkt des Velos, auch das Fahrverhalten muss der grösseren Breite und dem höheren Gewicht des angepasst werden. Der seitliche Sicherheitsabstand von ca. einem Meter sollte unbedingt eingehalten werden. Bei der Wahl der Strecke ist zu beachten, dass Schlaglöcher und Unebenheiten eine stärkere Auswirkung haben. Bei längeren bergab Fahrten sollten Pausen eingelegt werden, damit sich Bremsen und Felgen wieder abkühlen. Am besten wählt man für die ersten Fahrversuche ein sicheres Terrain zum üben. Damit der Veloanhänger nicht plötzlich kippt ist auf eine möglichst gleichmässige Beladung zu achten. Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen Kinder unter einem Jahr nicht zu transportieren.
Nicht nur die Erwachsenen sollten einen Helm tragen. Für Kinder ist das Tragen eines Helmes sowieso unabdingbar. Beim Kauf achtet man darauf, dass der Helm gut sitzt und Stirn, Schläfen und Hinterkopf abgedeckt sind. Sobald die Kleinen auch noch sicher angeschnallt sind kann die Erlebnisfahrt ins Grüne starten.
Text: Marie Göldi