
Die Gefahren lauern etwa in Küche, Bad, Garage, Keller, Wohnzimmer und im Garten oder auf Kinderspielplätzen. Geschirrspülmittel, Reiniger, Kosmetikartikel, Farben, Klebstoffe, Unkrautvernichtungsmittel, Mittel zur Schädlingsbekämpfung, aber auch Medikamente, Zigaretten oder Alkohol – um nur einige Beispiele zu nennen - können Vergiftungen auslösen
Auch im Garten oder auf dem Spielplatz gibt es Gefahren für die Knirpse. Besonders im Frühjahr und im Sommer wecken viele Pflanzen die Neugierde. Nicht nur Blätter und Äste, besonders auch Beeren und Samen locken die Bambini an. Schnell landet eine Beere der Tollkirsche, des Bittersüssen Nachtschattens oder des Seidelbastes – um nur einige Giftpflanzen zu nennen - im Mund.
Die Symptome bei einer Vergiftung sind vielfältig. Sie reichen beispielsweise von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall über Bauchschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Hautrötungen bis hin zur Bewusstlosigkeit, Atemnot und im schlimmsten Fall bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand. Als Spätfolgen können Nervenschäden oder Schädigungen des Gehirns, der Nieren oder Leber vorkommen.
Hat sich ein Kind vergiftet, heisst es cool bleiben, nicht schimpfen und sofort den Notarzt rufen. Anschliessend sollte man sich mit der Giftnotrufzentrale in Verbindung setzen:
Dort werden Angaben über den Betroffenen, den Stoff, der eingenommen wurde, die Menge und wie es eingenommen wurde – etwa über die Haut, den Mund oder die Atemwege - abgefragt. Auch der Zeitpunkt der Einnahme, das Alter, das Gewicht und der Zustand des Kleinen sind beim Gespräch mit der Giftnotrufzentrale von Wichtigkeit. Abschliessend sollte der Name und eine Telefonnummer für den Rückruf angegeben werden.
Danach leisten Sie Erste Hilfe. Führen Sie keinesfalls das Erbrechen herbei. Sollte es zum Erbrechen kommen, achten Sie darauf, dass das Erbrochene nicht in die Atemwege gelangt. Kontrollieren Sie den Puls und die Atmung. Kommt es zur Bewusstlosigkeit, wenden Sie die stabile Seitenlage an. Setzt die Atmung aus, beatmen Sie; setzt das Herz aus, machen Sie eine Herzdruckmassage. Im Übrigen befolgen Sie die Anweisungen, die Sie von der Giftnotrufzentrale erhalten haben.
Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollte man vorbeugen und die Kinder frühzeitig auf die Gefahren in Haus und Hof aufmerksam machen und sie dafür sensibilisieren. Ausserdem sollten die giftigen Substanzen und Pflanzen ausserhalb der Reichweite der Zwerge aufbewahrt beziehungsweise gepflanzt werden. Und last not least hilft das regelmässige Auffrischen der Erste-Hilfe-Kenntnisse. Und weil sich Kinder nicht ständig beaufsichtigen lassen, sollten für alle Fälle die Notrufnummern stets griffbereit sein.
Text: Maria Goldi