
Leidet ein Kind an Durchfall ist es nicht unbedingt notwendig, gleich zur Tablette zu greifen, denn das Ausscheiden von Giftstoffen hat eine selbstreinigende Wirkung auf den Körper. Hat Ihr Kind einen oder zwei dünne Stühle pro Tag, so normalisiert sich der Darm meist innerhalb einer kurzen Zeit wieder und die ganze Geschichte war harmlos. Dauert der Durchfall jedoch länger und ist heftig, sollten Sie unbedingt einen Kinderarzt zur Rate ziehen. Vor allem Säuglinge und Kleinkinder können durch den hohen Flüssigkeitsverlust innerlich austrocknen - Anzeichen hierfür sind Schläfrigkeit und zunehmende Teilnahmslosigkeit. Auch sollten Sie rasch einen Arzt aufsuchen, wenn Ihr Nachwuchs Durchfälle mit Blut hat, hohes Fieber, Krämpfe und Koliken - sowie wenn es alles, was es trinkt erbricht.
Auf fast jede Infektion reagieren Säuglinge und Kleinkinder mit Verdauungsstörungen, eine «Darmgrippe» dauert bei Kindern in etwa drei bis fünf Tage an und kann von leichtem Fieber und Erbrechen begleitet sein. Hier sollten die Eltern darauf achten, dass das Kind genügend Flüssigkeit zu sich nimmt - am ersten Tag eignet sich Kamillen- und Fencheltee besonders gut. Der Flüssigkeitsverlust wird kompensiert und die Verdauung beruhigt. Des Weiteren kann mit einer Prise Salz und etwas Zucker ein Verlust an Mineralstoffen ausgeglichen werden. Auch eine anschliessende Apfelkur verleiht dem Organismus des Kindes wieder neuen Schwung. Einfach mehrmals am Tag eine kleine Portion ungeschälte und frisch geriebene Äpfel verabreichen.
Im Gegensatz zu Durchfall ist Verstopfung eine Verdauungsstörung, die bei Kindern seltener auftritt. Erwachsene halten pro Tag durchschnittlich eine «Sitzung» ab, bei Kindern kann dies sehr variieren. Pausen von ein oder zwei Tagen beim Stuhlgang sind hier ganz normal und noch kein Anlass zur Sorge. Im Bedarfsfall kann eine leichte Massage des Unterleibs mit Mandelöl die Verstopfung lösen und mögliche Krämpfe lindern. Ebenfalls eine verdauungsfördernde Wirkung haben Bitterstoffe, welche beispielsweise in Sonnenblumen-, Erdnuss- und Maisöl sowie in gehackten Zwiebeln zu finden sind. Fenchel, Kümmel, Ingwer, Koriander und Majoran zählen zu den verdauungsfördernden Gewürzen.
Trockenfrüchte wie Feigen und Pflaumen oder Leinsamen sagen der Verstopfung auf gesunde Weise den Kampf an. Leidet Ihr Kind jedoch unter starken Bauchschmerzen, wirkt apathisch oder erbricht, sollten Sie umgehend Ihren Kinderarzt konsultieren. Vorbeugend wirkt eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkorn, Gemüse und Obst gegen Verstopfung. Des Weiteren sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind regelmässig zur Toilette geht, damit sich hier ein gewisser Rhythmus einstellen kann.
Text: Sabine Trach