Zu alt für ein Baby?
Viele Paare wünschen sich sehnlichst ein Baby, aber der ersehnte Nachwuchs will sich einfach nicht einstellen. Ab einem gewissen Zeitpunkt übernimmt dann die Unsicherheit die Oberhand und viele Frauen stellen sich die Frage: Werde ich langsam zu alt, um einem gesunden Baby das Leben zu schenken? Tatsache ist, dass das Alter der Eltern – und vor allem jenes der Frau – beim Kinderwunsch eine grosse Rolle spielt.
Alter versus Kinderwunsch
Bei Männern werden die Samenzellen ständig neu gebildet, Mädchen verfügen bereits direkt nach der Geburt über rund eine Million Eizellen, von welchen im Leben einer Frau ungefähr 400 bis 500 zu fruchtbaren Eizellen reifen. Da auch Eizellen in gleichem Masse altern wie ihre «Besitzerin» können sie im Laufe der Zeit Schäden aufweisen und demzufolge nicht mehr befruchtungsfähig sein.
Nachlassen der Fruchtbarkeit
Die Anzahl der Eizellen nimmt mit zunehmendem Alter der Frau ab und ab etwa 35 Lebensjahren lässt die Fruchtbarkeit nach. Mit Eintritt der Wechseljahre bleibt dann die Regelblutung aus – dies ist ein Anzeichen dafür, dass nun keine Eizellen mehr vorhanden sind. Das bedeutet, dass sich nach dem 35. Lebensjahr die Chance auf eine Schwangerschaft stark verringert. Aus Sicht der Medizin sind die idealen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft zwischen dem 25. und dem 29. Lebensjahr. Im Vergleich zur Frau spielt das Alter des Mannes hier eher eine untergeordnete Rolle. Die Zeugungsfähigkeit des Mannes ist ungefähr bis zum 60. Lebensjahr gegeben, danach nimmt diese dann rasch ab.
Komplikationen
Erwarten Frauen, die 35 Jahre oder älter sind, Nachwuchs, dann werden diese als Risikoschwangerschaften geführt. Dieser Umstand wird auch im Mutterpass vermerkt, denn in diesem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für eine chromosomale Fehlbildung des Kindes. Weiters ist die Gefahr von Schwangerschaftskomplikationen wie beispielsweise Gestose oder
Diabetes erhöht und es besteht auch die Gefahr einer Fehlgeburt. Natürlich müssen Schwangere ab 35 Jahren nicht automatisch mit
Komplikationen rechnen. Um Unregelmässigkeiten in der Entwicklung des Ungeborenen möglichst früh erkennen zu können, weisen Ärzte meist auf die Möglichkeit der
Pränataldiagnose hin.
Abschied vom Kinderwunsch
Es ist für viele Paare ein grosser Schmerz, kein eigenes Kind bekommen zu können. Rund die Hälfte der Betroffenen leiden so sehr, dass sie eine milde Depression entwickeln, ganz besonders Frauen sind hiervon betroffen. Männer realisieren diese Tatsache oft erst zu einem späteren Zeitpunkt und reagieren dann mit überraschender Traurigkeit. Normal ist, dass Partner ein unterschiedliches Schmerz-Bewältigungstempo aufweisen. Folgende Phasen werden durchlebt: Schock, Verleugnung, Wut, Schuldgefühle, Isolierung, Depression, Trauer und schliesslich die Akzeptanz. Hierbei ist es natürlich sehr sinnvoll, wenn Paare beim Bewältigen dieser Situation psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.
Text: Sabine Trach