
Folsäure – oder auch Vitamin B9 – ist im Allgemeinen für die Blutbildung und Produktion von Noradrenalin und Serotonin verantwortlich. Es ist an der Zusammensetzung des Erbguts beteiligt und ist Bestandteil der Rückenmarksflüssigkeit. Es ist u.a. am Zellwachstum beteiligt und unterstützt die Gehirnfunktion. Es wirkt entzündungshemmend bei Krankheiten und wirkt laut einer aktuellen US-amerikanischen Studie auch Allergien und Asthma-Erkrankungen entgegen. Bei einem Mangel tritt u.a. Müdigkeit, Schwäche und Nervosität auf.
Nimmt man als werdende Schwangere zuwenig Folsäure zu sich, können schwere Missbildungen am Ungeborenen entstehen, das es zeitlebens kein normales Leben führen lässt. Zuwenig Folsäure verhindert die Schliessung des Neuralrohres beim Fötus zwischen der 3. und 4. Woche nach der Empfängnis. Die Folge können Fehlbildungen des Rückenmarks und/oder des Gehirns, ein offener Rücken sowie eine Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalte sein. Nimmt man bereits VOR der Schwangerschaft und in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten genügend Folsäure ein, so kann das Risiko laut Experten um 80% verringert werden, ein missgebildetes Kind zur Welt zu bringen, was auch heute noch durch die Unwissenheit vieler junger Frauen recht häufig vorkommt. Zuwenig Folsäure kann übrigens auch Fehlgeburten auslösen.
Aus diesem Grunde wird zur Einnahme von 400 Mikrogramm Folsäure täglich bei Kinderwunsch und 600 Mikrogramm Folsäure in den ersten Schwangerschaftsmonaten geraten.
Für Nicht-Schwangere und verhütende Frauen sowie natürlich Männer reicht die Einnahme von Folsäure durch normale Nahrung normalerweise völlig aus. Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch können den hohen Folsäurebedarf meist jedoch nicht allein mit Lebensmitteln abdecken. Daher sollten sie zusätzlich Folsäure-Präparate zu sich nehmen, so die Experten.
Laut der Arbeiterkammer Wien, die 40 Folsäure enthaltende Lebensmittel getestet hat, gibt es genügend Lebensmittel im Supermarkt, die mit Folsäure angereichert sind. Der einzige Nachteil sei allerdings, dass diese – oft Fertigprodukte (Fruchtsäfte, Milchprodukte, Streichfette, Süssigkeiten, Cerealien und Riegel) – häufig mit zuviel Fett, Salz und Zucker versetzt sind.
Generell ist Folsäure in Blattgemüse (Spinat, Salat, Brokkoli), (Bäcker-)Hefe, Blumenkohl (Karfiol), Haferflocken, Zitrusfrüchten (Orangen), Erdbeeren, Eiern, Spargel, Bohnen, Nüssen, Vollkornprodukten, Innereien, Keimen (z.B. Weizenkeimen), usw. enthalten.
Wichtig ist bei der Zubereitung dieser folsäurehältigen Lebensmittel allerdings, dass sie nicht zu lange gekocht oder zu stark erhitzt werden, da Folsäure sehr hitze- und auch oxidationsempfindlich ist.
Text: Manou Rade