Die 19. Schwangerschaftswoche (19 SSW)
Ein Kind mit allen Sinnen
Der kleine Mensch im Bauch ist inzwischen auch stolzer Besitzer eines Gehirnes, mit dem er sicher noch nicht denkt, aber schon erste sinnliche Reize wahrnehmen kann. Er hat die Möglichkeit, Geräusche zu hören, die Berührung der eigenen Finger an sich zu fühlen, das süssliche Fruchtwasser zu schmecken und zu riechen. Theoretisch kann er auch schon sehen, aber die Augenlider sind momentan noch überwiegend geschlossen. Während seiner schlafähnlichen Ruhephasen träumt das Kind jetzt sogar, das kleine Gehirn verarbeitet dabei alle Reize. Auf der Haut des rund 15 cm grossen Kindes liegt schon seit einiger Zeit die cremige Käseschmiere-Schutzschicht. Nun bilden sich zusätzlich überall feine Lanugo-Härchen, die den Körper sanft einhüllen und schützen. Kopfhaar und Augenbrauen sind ebenfalls schon vorhanden. Besonders in den strampelfreien Zeiten arbeitet Babys Organismus am Ausbau der Fettreserven und am Muskelwachstum; die Nervenzellen wachsen jetzt langsamer und differenzierter. Die Gebärmutter wächst ebenfalls und ist von aussen schon ungefähr auf Nabelhöhe fühlbar.
Der zweite «grosse» Ultraschall
In der Zeit von dieser bis zur 22. Woche findet beim Frauenarzt wieder eine umfangreiche Ultraschalluntersuchung statt. Man überprüft jetzt, ob alle Organe korrekt ausgebildet sind und sich am richtigen Ort befinden. Auch die altersgerechte Entwicklung – gerade im Hinblick auf Grösse und Gewicht – wird kontrolliert. Der Sitz der Plazenta und die Fruchtwassermenge stehen ebenfalls auf dem Prüfstand, und die Befindlichkeiten der Mutter sind natürlich auch ein Thema. Viele Väter nutzen diese Chance und begleiten ihre Partnerin, um einen Blick auf das Ungeborene zu werfen. Oft sind sie richtig fasziniert von dem kompletten kleinen Menschen, der es sich da in Mamas Bauch gemütlich gemacht hat. Das Wunderbare ist für einen kurzen Moment sichtbar, und manchen jungen Eltern wird gerade jetzt die neue Verantwortung besonders bewusst. Die gesunde Ernährung spielt aktuell eine besonders grosse Rolle, und auch die angehenden Väter können dabei helfen, ihre Frau stets ans Trinken zu erinnern. Der mütterliche und kindliche Körper braucht gleichermassen viel Flüssigkeit. Optimal sind stille Mineralwasser, leicht gesüsste Tees und Saftschorlen. Auch auf den morgendlichen Milchkaffee muss Frau nicht verzichten, solange es bei dem einen pro Tag bleibt. Chininhaltiges wie Bitter lemon oder Tonic sind nicht empfehlenswert, da Chinin eine wehenanregende Wirkung hat.
Text: Claudia Eichhorn
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Montag, 6. September 2010