Die 21. Schwangerschaftswoche (21 SSW)
Was wird es denn?
Innerhalb der vorgeburtlichen Diagnostik (
Pränataldiagnostik) wird eine Untersuchung namens «Feindiagnostik» angeboten, bei der im Vergleich zum normalen Ultraschall mit sehr hoch auflösenden Geräten der Gesundheitszustand des Kindes, speziell im Hinblick auf Missbildungen, geprüft wird. Man kann die einzelnen Finger und Fingernägel erkennen, das in der Nabelschnur pulsierende Blut und natürlich auch das Geschlecht. Aus der winzigen Knospe zwischen Babys Beinchen ist inzwischen ein Mini-Penis samt Hoden oder eine kleine Klitoris zwischen zwei Schamlippen geworden. Wenn «er» oder «sie» also einen Blick gestattet, wissen die Eltern ab jetzt, ob die rosa Tapete wirklich die richtige Wahl war. Manchmal ist der erste Eindruck nicht ganz eindeutig, dann erhöht sich die Spannung einfach noch ein wenig. (Es soll auch Eltern geben, denen das Geschlecht des Kindes ganz egal ist – zumeist sehr zum Leidwesen der restlichen Familie.) Auch die Gesichtszüge sind jetzt deutlich erkennbar, und wer glaubt in diesem Stadium ähnelten sich alle Babys, irrt sich heftig. Schon im Bauch sieht man, ob da Papas hohe Stirn oder Mamas zarte Nase das Ringen der Gene gewonnen hat.
Beckenboden-Power
Die Hälfte ist geschafft, noch lächerliche 20 Wochen, dann ist es da! Wer es bis jetzt schwer hatte in der Schwangerschaft, fühlt sich vielleicht etwas erschöpft. Schwangere, die bisher relativ unbeschwert zurechtkamen, unterschätzen vielleicht die Anforderungen der zweiten Schwangerschaftshälfte. Ab jetzt wird es in jedem Fall etwas anstrengender, denn der Bauch wächst. Das Gewicht der Gebärmutter (mit allem, was darin ist) drückt stark auf den Beckenboden. Bei der Geburt wird diese Muskelgruppe nochmals heftig beansprucht, sodass sie häufig nicht von selbst zur alten Form zurückfindet. Da der Beckenboden jedoch die Blase und den Darm stützt, lohnt es sich schon jetzt, mit einem sanften Muskeltraining zu beginnen. In Geburtsvorbereitungskursen werden spezielle Übungen erklärt und umgesetzt, die nach der Geburt wieder für die gewohnte Spannung sorgen. Um die gesamte Muskulatur zu entlasten, sollte man sich stets um einen möglichst geraden Stand bemühen, auf Schuhe mit hohen Absätzen verzichten und bei längerem Sitzen vielleicht ein kleines Keilkissen benutzen. Manchmal begegnet man der Unsitte, dass Nachbarn, Freunde, Kollegen, Familienmitglieder oder gar flüchtige Bekannte einfach ungefragt den Babybauch berühren müssen. Keine noch so glückliche Mutter erträgt das auf Dauer – befreien Sie sich und ihr Baby höflich, aber konsequent von diesen Streichelattacken, wenn es Ihnen zuviel wird.
Text: Claudia Eichhorn
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