Die 26. Schwangerschaftswoche (26 SSW)
Starke Knochen…
In der 26. Woche geht es im Bauch nicht so sehr um Längenwachstum und Gewichtszunahme, das Baby konzentriert sich eher auf die "inneren Werte". Die Lungen beispielsweise entwickeln sich deutlich weiter, das Kind atmet regelmässig ein und aus - allerdings immer noch Fruchtwasser. Dieses wird auch getrunken, später wieder als Urin ausgeschieden, vom Körper der Mutter aus dem Fruchtwasser gefiltert und per Harnblase entsorgt. Der Fruchtwasserpegel in der Gebärmutter sinkt deshalb aber nicht, da ständig neues Fruchtwasser nachgebildet wird. Auch das Knochengerüst stabilisiert sich weiter, insbesondere das Rückgrat als wichtigste Körperstütze wird deutlich stärker. Bis zu 37 cm ist das Baby jetzt lang, das Gewicht liegt bei ungefähr 750 Gramm.
…und dehnbare Haut
Der Bauch wird grösser - unbestritten. Aber auch die Oberweite legt nochmals an Umfang zu - oft sehr zur Freude der werdenden Väter. (Die müssen sich ja auch nicht mit dem permanenten Spannungsgefühl und Kribbeln arrangieren!) Die menschliche Haut ist ziemlich belastbar und passt sich jetzt noch relativ problemlos dem vergrösserten Fassungsvolumen an. Manchmal kann es aber auch schon zu ersten zarten Rissen im Gewebe kommen, je nach Veranlagung und Wachstumstempo. Sie sind momentan nur schwer zu erkennen, erst wenn der Körper nach der Geburt wieder zu seiner normalen Form zurückfindet, werden sie richtig sichtbar. Glücklicherweise verblassen sie nach der Entbindung schnell. Vorbeugend sollte Frau auf sanfte Zupfmassagen, kühle Duschgüsse und pflegende Lotionen (es gibt Spezialprodukte für Schwangere) zurückgreifen. Ganz ohne Schwangerschaftsstreifen kommen allerdings die wenigsten Mütter davon, wobei die meisten Frauen nach der Geburt solche Kleinigkeiten als höchst nebensächlich empfinden. Manchmal kann es bereits jetzt vorkommen, dass der kleine "Untermieter" aktiv an der allabendlichen Bauch-Salbung teilnimmt, indem er auf Mamas (oder Papas) cremende Hand reagiert. Für viele junge Eltern entsteht hier bald ein sinnliches Abendritual.
Text: Claudia Eichhorn