

Viel Längenwachstum ist zu dieser Zeit nicht mehr drin, daher ist das Kleine nunmehr vorwiegend damit beschäftigt, das Unterhautfettgewebe auszubauen. Nachdem die Lanugobehaarung komplett verschwunden ist, braucht das Kind diese Schutzschicht, um nicht allzu schnell auszukühlen. Auch als Reserve ist dieser Energievorrat unter der Haut nicht zu unterschätzen, denn nicht immer fliesst direkt im Anschluss an die Geburt sofort Muttermilch. Die Lungen sind vollständig ausgebildet und funktionstüchtig, daher hat ein Baby im Falle einer verfrühten Geburt jetzt nahezu 100%ige Überlebenschancen. Auch im Bauch bereitet man sich auf das grosse Ereignis vor und sammelt Kräfte, lange Schlafphasen von mehreren Stunden sind keine Seltenheit.
Knapp zwei Monate vor der Entbindung löst mancher Blick in den Spiegel blanke Erschütterung aus. So oft man auch hinschaut – dieser Bauch kann einfach nicht der eigene sein. Besonders Profilansichten sind prima als Schockmoment geeignet – man sieht sich selbst ja zumeist von vorn. Spaziert man an spiegelnden Fensterscheiben vorbei, offenbart sich plötzlich die Wahrheit: Hilfe, bin ich schwanger! Langsam kommen Zweifel auf, wie der Körper wohl nach der Geburt aussehen wird. So wie vor der Schwangerschaft wohl keinesfalls. Jetzt ist allerdings kaum ein guter Zeitpunkt, der alten Konfektionsgrösse nachzutrauern. Vielmehr sollte man auf die körperliche Regenerationsfähigkeit vertrauen und sich einfach an den Gedanken gewöhnen, dass Mutterschaft eben auch immer Veränderung bedeutet. Da der Bauch ja ununterbrochen «gefüllt» ist, verspüren die meisten Schwangeren in diesem Stadium nur wenig Appetit, geschweige denn Hunger. Wo soll man auch etwas hinessen – Babys Appartement drängt ja Mamas Magen förmlich an den Rand. Kleine, leichte Mahlzeiten, viel Obst und Gemüse sowie ausreichend Flüssigkeit sorgen dafür, dass die werdende Mutter trotzdem bei Kräften bleibt. Viele schwören jetzt auf Suppen und Eintöpfe – heiss, kalt, traditionell oder exotisch.
Text: Claudia Eichhorn