
Vom Scheitel bis zur Sohle bringt das Kleine es inzwischen auf runde 47 cm – das ist gar nicht mehr so klein! Knapp 3 Kilo Zusatzgewicht für Mama kann man dem Baby nun zuschreiben, ausserdem muss die ja auch noch das ganze Fruchtwasser, die erhöhte Blutmenge und die Gebärmutter mit sich herumtragen. Immer wieder zieht sich die Gebärmutter rhythmisch zusammen und drängt das Kind weiter ins Becken. Diese Vorwehen ergänzen vorzugsweise das Abendprogramm, wenn eigentlich alle zur Ruhe kommen wollen, sind aber weder besonders schmerzhaft noch von sehr langer Dauer. Der Druck in Richtung Unterleib führt auch dazu, dass der gesamte Bauch sich langsam nach unten senkt. Die mütterlichen Organe werden ab jetzt nicht mehr so stark zusammengedrängt, was Mama das Leben deutlich erleichtert. In Vorbereitung auf das Leben «draussen» arbeitet das Kind jetzt vorrangig an der Stabilisierung seines Immunsystems, und daneben versucht es bereits mit der Aussenwelt zu kommunizieren. Aufliegende Hände werden weggeboxt, wenn sie stören. Braucht der kleine Mensch Nähe, kann man von aussen deutlich fühlen, wie er sich an Mamas oder Papas Handflächen anschmiegt. Schon jetzt entstehen innige Verbindungen, und alle Beteiligten geniessen das Gefühl von Vertrauen, Geborgenheit und Zärtlichkeit.
Zum Ende der Schwangerschaft hin wird es körperlich aber auch seelisch nicht unbedingt leichter für die junge Mutter. Wassereinlagerungen, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen, aber auch Angstzustände und Nervosität sind an sich gewiss keine Weltuntergänge, können einem aber dennoch schwer zu schaffen machen. Viele Frauen neigen dazu, diese Schwangerschaftswehwehchen zu bagatellisieren. Dabei ist für eine gute Reifung der Gebärmutter eben auch das Wohlbefinden der Mutter wichtig. Heilmethoden aus der traditionellen chinesischen Medizin, speziell Akupunktur und Akupressur sind inzwischen auch von Schulmedizinern anerkannt, wenn es darum geht, eine Schwangerschaft positiv zu beeinflussen und Beschwerden zu lindern. Viele Hebammen verfügen über eine entsprechende Ausbildung oder können Empfehlungen aussprechen.
Text: Claudia Eichhorn