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Die 37. Schwangerschaftswoche (37 SSW)

Üben für «draussen»

Der kleine Mensch ist fertig, die Entwicklung ist abgeschlossen. In den letzten Wochen wird noch etwas an Gewicht zugelegt und ansonsten eifrig für das Leben nach der Geburt geübt. Der eigene Daumen dient als Trainingsgerät – in einem Monat soll schliesslich das Nuckeln an Mamas Brust genauso gut funktionieren! Bis zu 3 Liter Fruchtwasser werden täglich verschluckt, verdaut und wieder ausgeschieden. Ablagerungen im Darm – etwa verschluckte Reste der feinen Lanugohärchen – bleiben im Körper und werden erst nach der Entbindung als sogenanntes Kindspech ausgeschieden. Greifreflexe finden zwar wenig Platz, fallen dafür aber schon sehr kräftig aus. Das Baby bekommt schon viel von der Aussenwelt mit, es kennt die Stimmen der Eltern, aber auch andere im Umfeld häufig wiederkehrende Geräusche. Der Herzschlag der Mutter ist ihm quasi in Fleisch und Blut übergegangen und wird auch später beruhigend und vertraut wirken. Im Ultraschall sieht man das Kind vielleicht lächeln – es differenziert inzwischen auch Zustände des Wohlbefindens und des Unwohlseins.

Die Ruhe vor dem Sturm

Fast geschafft! Noch vier Wochen bis zum errechneten Termin, vier Wochen voller Sehnsucht, Neugier und Bangen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass manch ein Kind schon jetzt bereit ist für den Aufbruch ins Leben, ab jetzt kann es losgehen. Mama tut gut daran, sich jetzt viel Ruhe zu gönnen – ihr Körper hat Grossartiges geleistet. Körperlich anstrengende Tätigkeiten kann man jetzt getrost den anderen überlassen, aber auch hitzige Diskussionen um Geburtsort und –weise, Namenwahl, Pflege- und Erziehungsmethoden sind jetzt entbehrlich. Der Partner weiss immer noch nicht, ob er dabei sein will, beim grossen Ereignis?! Drängen und Argumentieren ist hier wenig sinnvoll, am besten räumt man ihm einfach ein, das Geschehen jederzeit verlassen zu können. Auch wenn manche Frau sich daran stösst – ein ehrlicher Mann, der einfach sagt: «Ich halte das nicht aus!» ist vielfach besser als einer, der widerwillig dabeibleibt und später immer wieder über sein grosses Opfer referiert. Eine Geburt ist ein Erlebnis mit sich steigernder Dramatik, und in fast allen Fällen wachsen auch die Väter überraschend gut in dieses hinein. Umfragen haben übrigens ergeben, dass sich das gemeinsame Erleben keinesfalls auf das spätere Liebesleben auswirkt.
 
Text: Claudia Eichhorn