Die 8. Schwangerschaftswoche (8 SSW)
Vom Werden eines kleinen Menschen…
Das Kind ist nun zwischen 10 und 14 mm gross, ungefähr vergleichbar mit einer Weintraube. Gerade in der Gesichtsbildung schreitet die Entwicklung deutlich voran, Augen, Lider, Nase und Zunge bilden sich klar heraus. Nahezu alles, was einen menschlichen Körper ausmacht, ist jetzt im Kleinstformat vorhanden und wird von nun an wachsen und sich stabilisieren. In der Fruchthöhle herrschen momentan noch geradezu luxuriöse Platzverhältnisse, und der Nachwuchs kann entspannt im Fruchtwasser schweben. Schon jetzt finden erste umgesteuerte, reflektorische Bewegungen statt, die von der Mutter allerdings noch nicht wahrgenommen werden können. Unterschwellig kann der kleine Schwimmer bereits erste Reize von aussen wahrnehmen – helles, die Bauchdecke durchstrahlendes Licht oder Geräusche beispielsweise. Der Herzschlag und die Töne im Körper seiner Mutter umgeben ihn ständig und bilden eine Art rauschende Kulisse; das Baby nimmt sie wahr, ohne sie eigentlich tatsächlich zu hören. Viele Kinder schlafen später besonders gut ein, wenn im Nebenzimmer ein Staubsauger oder Föhn betrieben werden – vielleicht in Erinnerung an das altvertraute «Mama-Rausch-Gefühl».
… und vom ganz normalen Schwangerschaftswahnsinn
Gut, dass man (fast) alles auf die Hormone schieben kann! Die können eine Schwangere aber auch in wahre Schleudertraumata versetzen, ohne dass die Ärmste etwas dafür kann. Da ist man eben noch beschwingt über das kleine grosse Glück im Bauch, und dann wird man heimgesucht von schlimmsten Panikattacken, findet in seinem Kopf irgendwelche Horrorszenarien von verunglückten oder gar verschwundenen Kindern und möchte am liebsten nur noch weinen. Das Wechselbad der Gefühle rührt allerdings nicht nur von den Hormonen her, sondern ist in erster Linie ein Ausdruck für die grosse Unsicherheit, die eine Schwangerschaft nun einmal in einem auslöst. Mache ich denn alles richtig? Schaffe ich das alles überhaupt? Was ist, wenn…? Man sollte sich jetzt keinesfalls von aussen verunsichern lassen – Angst um das Kind wird von nun an ein fester Bestandteil des Lebens sein. Zeit, sich daran zu gewöhnen – schliesslich bangen wir um alles, was wir lieben. Die Psyche versucht sich hier ganz schlicht, auf das zukünftige Muttersein einzustellen. Auch, wenn es sich schrecklich anfühlt – es gehört dazu. Gespräche mit wirklich vertrauten Menschen oder einer Hebamme können hier sehr hilfreich sein. Nicht zuletzt der Anblick des kleinen, tickenden Herzchens im Ultraschall macht besonders dünnhäutig – wenige Dinge sind so bewegend wie ein zweites Leben in sich zu wissen. Nach den ersten 12 bis 14 Wochen hat sich die Seele aber zumeist gut an ihren neuen, erweiterten Job gewöhnt und die gewohnte innere Ruhe kehrt zumindest teilweise wieder zurück.
Text: Claudia Eichhorn
Weitere Artikel zum Thema
 |
40 Wochen in denen die Frau die ständige Veränderungen ihres Körpers und die Entstehung eines neuen Menschen durchlebt.
|
|
 |
Erbrechen und Übelkeit während der Schwangerschaft muss nicht sein. Akupunktur oder Akupressur kann deutliche Abhilfe schaffen.
|
|
 |
Diese Frage bereitet oft viel Kopfzerbrechen und schlaflose Nächte!
|