Ein neuer Partner: Wie bereite ich mein Kind darauf vor?

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Ein neuer Partner: Wie bereite ich mein Kind darauf vor?

Nach einer Trennung oder Scheidung bleibt meistens ein Partner mit den gemeinsamen Kindern in einer Alleinerzieherfamilie zurück. Für Kinder ist der Verlust eines Elternteils immer eine Katastrophe. Aber sollte man deswegen als alleinerziehender Vater oder Mutter sein Leben lang alleine bleiben und auf die Freuden einer Partnerschaft gänzlich verzichten? Viele schaffen es tatsächlich, wieder einem Menschen zu vertrauen und sich frisch zu verlieben und können sich sogar vorstellen, eine längerfristige Beziehung mit der neuen Flamme einzugehen. Doch eine Frage schwirrt im Hinterkopf: Wie werden die Kinder darauf reagieren?

Der erste Kontakt

Im Allgemeinen verhalten sich Kinder am Anfang der neuen Freundin oder dem neuen Freund gegenüber eher skeptisch und sehen sie oder ihn als Eindringling. Das ist völlig normal. Sie reagieren zwar meistens neugierig auf den Neuen, betrachten das Ganze aber doch aus einem gewissen Sicherheitsabstand. Experten empfehlen daher, den neuen Partner nach und nach in die Familie einzuführen, damit er nicht als Eindringling betrachtet wird. Ein erstes Treffen auf neutralem Boden wie zum Beispiel ein gemeinsamer Kino- oder Zoobesuch oder ein schönes gemeinsames Essen könnten die Basis bilden. Aktivitäten solcher Art sollten noch öfter wiederholt werden, bevor man sich dazu entscheidet, das erste Mal im Haus der Familie zu übernachten. Für ein gemeinsames Zusammenleben sollte man sich unbedingt erst dann entscheiden, wenn die Beziehung wirklich fix ist. Würde diese Beziehung auch schief laufen, könnten die Kinder den Glauben in eine stabile Familie völlig verlieren.

Den Kindern die Angst nehmen

Wenn sich Papa oder Mama plötzlich wieder neu verlieben, bricht für so manches Kind eine Welt zusammen, denn ein neuer Partner bedeutet meistens ein Verschieben der Aufmerksamkeit. Hatte das Kind nach der Trennung oder Scheidung die volle Aufmerksamkeit des alleinerziehenden Elternteils, muss das Kind plötzlich lernen, diese zu teilen. Ausserdem können auch Loyalitätskonflikte auftreten, da das Kind das Gefühl bekommen könnte, den leiblichen fehlenden Elternteil zu hintergehen, wenn es beginnt, den Stiefelternteil zu akzeptieren. Mit solchen Ängsten sollte man Kinder als leiblicher Elternteil nie allein lassen. Sagen Sie Ihrem Kind deutlich, dass seine Ängste völlig unbegründet sind und sie es nach wie vor sehr lieben und sagen Sie das auch in Gegenwart Ihres neuen Partners. Geben Sie dem Kind so viel Geborgenheit wie möglich und versuchen Sie durch intensive und innige Gespräche herauszufinden, was im Kind vor sich geht.

Einige Tipps für die/den «Neue/n»

Wenn Frauen oder Männer eine Beziehung mit jemand eingehen, der bereits Kinder aus früheren Beziehungen hat, ist es für den Betreffenden oftmals ganz schön schwer, seinen Platz als Stiefmutter oder Stiefvater in dem vorhandenen Familiengefüge zu finden. Das passiert bestimmt nicht von heute auf morgen. Lassen Sie sich daher selbst Zeit und setzen sich selbst nicht zu sehr unter Druck. Versuchen Sie nicht zwanghaft, den fehlenden Elternteil zu ersetzen. Verlangen Sie auch nicht, dass die Kinder Sie über Nacht lieben. Verlangen Sie von den Kindern auch nicht, dass sie «Mama» oder «Papa» zu Ihnen sagen. Das muss – wenn überhaupt – aus freien Stücken passieren. Freundlichkeit und Respekt können ebenfalls eine Grundlage für ein gutes Zusammenleben sein. Versuchen Sie auch nicht, zu schnell in die Erziehung einzugreifen. Den fehlenden Elternteil schlecht zu machen wird sich nicht positiv auf Ihre Beziehung zu den Kindern auswirken. Eine Trennung oder Scheidung ist für alle Beteiligten immer etwas Schwieriges, besonders aber für Kinder. Doch so viel Negatives eine Trennung oft auch mit sich bringen mag, bringt sie doch auch viel Positives hervor. Mit viel Geduld, Zeit und Liebe kann auch ein Neustart zu einem glücklichen Miteinander führen.
 
Text: Tina Voss



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