Erziehungssätze – Was Eltern unbedingt vermeiden sollten

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Erziehungssätze – Was Eltern unbedingt vermeiden sollten

Wer sich an seine eigene Jugendzeit erinnert, weiss auf Anhieb, womit die eigenen Eltern damals am liebsten argumentierten, wenn es um das eigene Fehlverhalten ging. Oftmals nahm man sich damals vor, es ganz bewusst anders zu machen, wenn man später eigene Kinder hat. Dennoch gleicht es einem Schock, wenn man sich mit den gleichen Argumenten im Gespräch mit den Kindern wiederfindet. Einige dieser Argumente haben allerdings weit reichende Folgen.

«Warte nur, bis Papa nach Hause kommt!»

Ob nun der Vater oder die Mutter als drohende, richterliche Instanz angekündigt wird - dieser Satz ist der wohl unpassendste, der einem Elternteil über die Lippen kommen kann. Diese Drohung teilt das Elternpaar in «Gut und Böse» ein. Ausserdem führt er gerade älteren Kindern die Unfähigkeit des anwesenden Elternteils vor Augen, mit der momentanen Situation fertigzuwerden. Die Autorität sinkt und der «nach Hause kommende» Elternteil wird, obwohl völlig unbeteiligt, in die Rolle des bösen Richters gepresst.

«Bevor du aufstehst, wird aufgegessen!»

Dieses Argument, das der älteren Generation noch in den Ohren nachhallt, ist heute völlig überholt. Die Aufforderung, den Teller leer zu essen, führt zu einem falschen Verständnis von Nahrungsaufnahme und kann sich im schlimmsten Fall zu einem Zwang entwickeln. Kinder sollten so viel essen, bis sie satt sind. Dabei ist von den Eltern im Vorfeld auf die Portionen zu achten. Hier gilt: Lieber einmal nachnehmen als Reste auf dem Teller lassen.

«… weil ich das sage!»

Wer dieses Argument vorbringt, hat sich im Vorfeld schon auf eine unnötige Diskussion eingelassen. Eltern müssen bei ihren Formulierungen darauf achten, dass sie damit keine «Warum-Frage» herauf beschwören. Ratsam ist es, das eigentliche Argument vor die Lösung zu stellen, wie: Es regnet draussen! Zieh dir bitte eine Jacke an!»

«So etwas sagt man nicht!»

Kinder experimentieren gerne mit der Wirkung von Wörtern. In den meisten Fällen wissen sie auch sehr wohl, dass es sich bei bestimmten Ausdrücken um Unhöflichkeiten handelt. Rutscht dem Kind also einmal bewusst oder unbewusst ein solches Wort heraus, sollten Eltern einfach darüber hinweg hören. Gebraucht das Kind diese Wörter öfter, sollte man daran festhalten, bewusst nicht auf Provokationen dieser Art zu reagieren – irgendwann wird es dem Kind zu langweilig.

Fazit

Eltern sollten sich ihre Argumentationen in Konfliktsituationen ganz genau überlegen und abwägen, welche Folgen mancher unbedachter Satz haben könnte. Immerhin gilt bei vielem: «Sowas sagt man (heute) nicht (mehr)!»
 
Text: Daniel D. Eppe