Erfolgreiche Erziehung mit Witz und Humor

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Erfolgreiche Erziehung mit Witz und Humor

Finstere Gesichter, böse Worte, harte Strafen – Kinder fühlen sich wohl manchmal wie in einer Strafanstalt für Schwerverbrecher, wenn sie ihren Eltern nach einem kleinen Vergehen gegenüberstehen. Hausaufgabe nicht gemacht, zu spät nach Hause gekommen, dem kleinen Bruder die Malstifte weg genommen? Wenn man nicht macht, was die Eltern möchten, muss man ganz klar mit Konsequenzen rechnen. Aber geht das Ganze nicht auch mit weniger Strenge und ein bisschen mehr Humor?

Das Leben ist ernst genug!

Eigentlich ist das Leben ernst genug. Natürlich darf man seinen Kindern nicht alles durchgehen lassen und sie müssen die Grenzen kennen lernen. Aber mit ein bisschen Witz und Augenzwinkern lässt sich auch so manche harte Konsequenz eines Fehlers ein wenig leichter verdauen. Miteinander lachen verbindet und eine allgemein positive Einstellung der Eltern zum Leben hilft auch den Kindern. Es geht darum, sich nicht über Probleme der Kinder lächerlich zu machen, sondern mit ihm über etwas zu lachen, das sich sonst in sie hineinfrisst.

Positive Eigenschaften von Humor und Lachen

Lachen baut allgemein Anspannungen und aufgestauten Frust ab und wirkt sogar schmerzlindernd. Es lässt die Realität für einen Moment vergessen und man kann neben Freude auch Ärger und Aggressionen mit Humor ausdrücken (Rissland, 2002). Sieht man alles positiv und lacht viel mehr, so ist man auch widerstandsfähiger gegenüber körperlicher und seelischer Belastungen als negativ denkende, ernsthafte Charaktere. Die Konzentration und Lernleistung erhöht sich bei humorvollem Umfeld (z.B. in der Unterrichtsklasse durch einen humorvollen Lehrer) ebenso wie die Kreativität und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Ausserdem ist nachgewiesen, dass Humor die Produktion von Killerzellen steigert, die böse Viren und Krebszellen bekämpfen.

Humor in der Erziehung

Ab dem 2. bzw. 3. Lebensjahr kann ein Kind laut Forschern unterscheiden, was die Eltern ernst meinen und was nicht (Schreiner, 2003). Ein wenig Sinn für Humor der Eltern und die Vermittlung der Sicht auf die schönen Seiten des Lebens wirken sich positiv auf die Kinder und das gesamte familiäre Umfeld aus. Humor aus Sympathie und Mitgefühl für die Fehler und Schwächen des Kindes helfen ihm, seine Probleme nicht todernst zu nehmen – eine Erkenntnis, die ihm auch im Erwachsenenleben hilfreich sein wird. Ernste Themen, die das Kind beschäftigen, kann man z.B. spielerisch in fantasievolle Geschichten einbauen und humorvoll lösen. Kinder benötigen diese Aufmunterung – und bei Kritik, die man am Kind manchmal üben muss, kann feinfühlig eingesetzter Humor helfen, die Härte abzufedern.

Tipps für eine humorvolle & verständnisvolle Erziehung

  • Das Kind bekommt etwas nicht, das es im Versandhauskatalog sieht - und bockt? Ihm könnte man im Katalog einen Artikel zeigen, den man ebenso gerne hätte und sich im Moment nicht kaufen kann. Mit ein wenig Augenzwinkern könnte man das Kind fragen, ob es diesen Artikel nicht für seine Mama/seinen Papa kaufen kann – und spasshalber ganz arg betteln – ganz so wie es das zuvor eben selbst gemacht hat.
  • Das Kind möchte nicht Zähneputzen. Mit ein wenig Fantasie kann man es spielerisch ins Bad bugsieren, sich irgendeine witzige Geschichte von der Prinzessin mit dem himmelschreienden Mundgeruch einfallen lassen, und gemeinsam zur Zahnbürste greifen und die kleinen Beisserchen putzen.
  • Bei Kleinkindern kann man bei kleineren Stürzen ohne Verletzungen ganz schnell mit einer witzigen, vielleicht törichten Geste oder einer erschreckte Ablenkung auf irgendetwas im Umfeld den Strom der Tränen versiegen lassen. Von einem Moment auf den anderen gibt´s dann meist plötzlich wieder Sonnenschein.

Fazit

Mit Humor geht vieles leichter. So verhält es sich auch bei der Kindererziehung. Natürlich sollte das Blödeln erstens nicht auf Kosten des Kindes gehen (z.B. kein Zynismus, kein Sarkasmus) und zweitens nicht überhandnehmen, sodass man überhaupt nicht mehr von seinem Nachwuchs ernst genommen wird. Aber verantwortungsvolle Eltern finden da schon das richtige Mittelmass.
 
Text: Manou Rade
 
Informationsquelle: Humor und Witz in Bildung und Erziehung