
Eigentlich ist das Leben ernst genug. Natürlich darf man seinen Kindern nicht alles durchgehen lassen und sie müssen die Grenzen kennen lernen. Aber mit ein bisschen Witz und Augenzwinkern lässt sich auch so manche harte Konsequenz eines Fehlers ein wenig leichter verdauen. Miteinander lachen verbindet und eine allgemein positive Einstellung der Eltern zum Leben hilft auch den Kindern. Es geht darum, sich nicht über Probleme der Kinder lächerlich zu machen, sondern mit ihm über etwas zu lachen, das sich sonst in sie hineinfrisst.
Lachen baut allgemein Anspannungen und aufgestauten Frust ab und wirkt sogar schmerzlindernd. Es lässt die Realität für einen Moment vergessen und man kann neben Freude auch Ärger und Aggressionen mit Humor ausdrücken (Rissland, 2002). Sieht man alles positiv und lacht viel mehr, so ist man auch widerstandsfähiger gegenüber körperlicher und seelischer Belastungen als negativ denkende, ernsthafte Charaktere. Die Konzentration und Lernleistung erhöht sich bei humorvollem Umfeld (z.B. in der Unterrichtsklasse durch einen humorvollen Lehrer) ebenso wie die Kreativität und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Ausserdem ist nachgewiesen, dass Humor die Produktion von Killerzellen steigert, die böse Viren und Krebszellen bekämpfen.
Ab dem 2. bzw. 3. Lebensjahr kann ein Kind laut Forschern unterscheiden, was die Eltern ernst meinen und was nicht (Schreiner, 2003). Ein wenig Sinn für Humor der Eltern und die Vermittlung der Sicht auf die schönen Seiten des Lebens wirken sich positiv auf die Kinder und das gesamte familiäre Umfeld aus. Humor aus Sympathie und Mitgefühl für die Fehler und Schwächen des Kindes helfen ihm, seine Probleme nicht todernst zu nehmen – eine Erkenntnis, die ihm auch im Erwachsenenleben hilfreich sein wird. Ernste Themen, die das Kind beschäftigen, kann man z.B. spielerisch in fantasievolle Geschichten einbauen und humorvoll lösen. Kinder benötigen diese Aufmunterung – und bei Kritik, die man am Kind manchmal üben muss, kann feinfühlig eingesetzter Humor helfen, die Härte abzufedern.
Mit Humor geht vieles leichter. So verhält es sich auch bei der Kindererziehung. Natürlich sollte das Blödeln erstens nicht auf Kosten des Kindes gehen (z.B. kein Zynismus, kein Sarkasmus) und zweitens nicht überhandnehmen, sodass man überhaupt nicht mehr von seinem Nachwuchs ernst genommen wird. Aber verantwortungsvolle Eltern finden da schon das richtige Mittelmass.
Text: Manou Rade
Informationsquelle: Humor und Witz in Bildung und Erziehung