
Dass Kinder mehr lesen müssten, zeigen die erschreckenden PISA-Ergebnisse. Den meisten Kindern fehlt es an Lesekompetenz. Unter Lesekompetenz versteht man die Fähigkeit, Texte problemlos, flüssig und sinnentnehmend lesen zu können. Erste Warnsignale für eine mangelnde Lesekompetenz sind eine starke Abneigung gegen das Lesen, stockendes Lesen sowie fehlendes Leseverständnis. Diese Warnsignale sollten von den Eltern und Lehrern keinesfalls ignoriert werden. Das Kind bekommt auf Dauer nicht nur im Fach Deutsch gravierende Schwierigkeiten, sondern auch in anderen Schulfächern.
Die Freude am Lesen sollte einem Kind schon sehr früh vermittelt werden. Es gibt bereits für Babys oder Kleinkinder zahlreiche Bücher, die meistens aus Stoff hergestellt werden, um durch bunte Bilder den Samen fürs spätere Leseinteresse zu säen. Kleinkinder oder Kindergartenkinder lieben es, Geschichten oder Märchen vorgelesen zu bekommen. Je bunter die Bücher und lustiger und spannender die Geschichten, umso besser. Eltern können also durch das Vorlesen die Freude am Lesen ihrer Kinder fördern. Doch auch dabei gilt es, einiges zu beachten.
Auch beim Vorlesen sollte auf einiges geachtet werden, um das Interesse des Kindes für das Lesen zu wecken. Es sollte darauf geachtet werden, die Wörter deutlich auszusprechen, langsam zu lesen, durch die richtige Änderung der Stimmlage sowie durch entsprechende Mimik und Gestik das Vorgelesene richtig spannend zu gestalten. Wichtig ist es auch, beim Lesen die richtige Atmosphäre zu schaffen. Lesen sollte keine Pflichtübung sein, sondern soll richtig Spass machen. Je nach Vorlieben kann dazu ein gemütliches Plätzchen am Sofa, im Bett oder auf einem Lesesessel gewählt werden. Viele kuscheln dabei in die Arme von Papa oder Mama, was dazu beiträgt, dass es noch gemütlicher wird.
Wichtig ist natürlich auch, was dem Kind vorgelesen wird. Nahezu alle Eltern kennen die Vorlieben ihrer Kinder. Die meisten Kinder mögen gerne Tiere. Warum also nicht öfter spannende Tiergeschichten vorlesen oder ihnen Bücher besorgen oder kaufen, für die sie sich interessieren könnten.
Die Freude am Lesen entsteht nicht von selbst. Eltern können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Freude fürs Lesen bei ihren Kindern zu wecken. Natürlich mag es auch sein, dass dem ein oder anderen Elternteil dies schwer gelingen mag. Hier ist wichtig, nicht gleich zu verzweifeln. Die Lesefreude kann sich auch noch zu einem späteren Zeitpunkt einstellen.
Text: Tina Voss